Nobelpreise
Medizin-Nobelpreis für drei Amerikaner

Die Vereinigten Staaten haben ihre Rolle als „Nobelpreis-Großmacht“ einmal mehr bestätigt. Zum Auftakt der diesjährigen Nobel-Woche teilen sich drei Erbgut-Forscher aus den USA den Preis für Medizin.
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STOCKHOLM. Der diesjährige Medizin-Nobelpreis wird an die amerikanischen Forscher Elizabeth H. Blackburn, Carol W. Greider und Jack W. Szostak verliehen. Die Wissenschaftler erhalten die mit zehn Mio. Kronen (971 300 Euro) dotierte Auszeichnung für die Erforschung von Chromosomen. Alle drei Forscher galten seit Jahren als Favoriten, ihre Resultate finden sich in jedem einschlägigen Lehrbuch.

Den Wissenschaftlern sei der Nachweis gelungen, wie Chromosomen, die Erbmasse enthalten, bei der Zellteilung komplett kopiert und nicht zerstört werden, so das Nobel-Komitee. Die Wissenschaftler erforschten vor allem die sogenannten Telomere, die an den Enden der Chromosomen liegen und große Bedeutung für die Stabilität der Erbmasse haben. Die Forschung der dei Medizinnobelpreisträger ist besonders für das Verständnis von Krebserkrankungen wichtig.

Alle drei Wissenschaftler sind US-Bürger, Blackburn hat zudem die australische Staatsbürgerschaft. Der Nobelpreis geht zu gleichen Teilen an alle drei Forscher. In Deutschland bekannt wurden Blackburn und ihre ehemalige Doktorandin Greider in diesem Jahr auch durch die Verleihung des wichtigsten Medizin-Preises hierzulande, des Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preises.

Im vergangenen Jahr ging der Medizin-Nobelpreis an den Heidelberger Krebsforscher Harald zur Hausen sowie an die französischen Aidsforscher Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier. Zur Hausen hatte Papillomviren entdeckt, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Dies hat inzwischen zu einem Impfstoff gegen diesen Tumor geführt.

Die beiden französischen Forscher wurden für die Entdeckung des Aidserregers HIV geehrt. US-Forscher Robert Gallo, der ebenfalls zu den Pionieren der Aids-Forschung zählt, war seinerzeit leer ausgegangen, was in den USA zu Diskussionen geführt hatte.

Mit der Bekanntgabe der Medizin-Nobelpreisträger startet in Stockholm und Oslo die Nobel-Woche. Am Dienstag wird entschieden, wer den Physik-Nobelpreis bekommt. Am Mittwoch folgt die Bekanntgabe des Chemie-Nobelpreisträgers. Der oder die Literaturnobelpreisträgerin wird am Donnerstag bekanntgegeben, am Freitag der Friedensnobelpreisträger und am kommenden Montag der Wirtschaftspreisträger.

Alle Nobelpreise werden am 10. Dezember, dem Todestag ihres Stifters Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo überreicht.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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