Patientenüberwachung
Das Herzimplantat schickt Warnsignale

Für herzkranke Patienten könnte sich in puncto Patientenüberwachung künftig einiges ändern. Neue Geräte helfen, den Patienten auch außerhalb von Intensivstation und Krankenhaus zu überwachen, die neue Technologie ist anwenderfreundlicher und mobil. Kern des Systems ist das aktive Herzimplantat.
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BERLIN. Jeder zehnte Deutsche ist chronisch krank. Neben Diabetes sind vor allem Herzleiden weit verbreitet. Mehr als 100 000 Patienten jährlich wird ein Herzschrittmacher oder ein anderes Gerät implantiert, das die Funktion des Organs unterstützt. Durch immer leichter handhabbare, mobile Geräte können Menschen mit Herzinsuffizienz auch außerhalb der Intensivstation medizinisch überwacht werden. Die Patientienüberwachung gilt als besonderer Wachstumsmarkt der Medizintechnikbranche, weil die Zahl älterer und chronisch kranker Menschen steigt. Ihnen ersparen neue Geräte wie das Home-Monitoring-System der Berliner Firma Biotronik oft den Krankenhausaufenthalt. Der Hersteller von Herzimplantaten und drahtloser Fernüberwachungstechnologie hat ein System entwickelt, mit dem früh ein arhythmischer Herzschlag erkannt wird. Farbsignale zeigen an, wie gravierend die Fehlfunktion ist und ob ein Arzt eingreifen sollte. „Das erhöht die Patientensicherheit und hilft, die Zahl der Nachsorgeuntersuchungen im Krankenhaus deutlich zu verringern“, sagt Hans-Jürgen Wildau, Leiter im Bereich Health Services.

Kern des Systems ist das aktive Herzimplantat, das mit einem Minisender samt Antenne ausgestattet ist. Ein Empfangsgerät, das an ein Handy erinnert, erfasst die Daten, die über das Mobilfunknetz an die Überwachungszentrale übermittelt werden. Dort werden sie ausgewertet und in einem Cardio-Report für den Arzt im Internet hinterlegt. Verschlechtert sich der Zustand des Patienten, wird der Arzt automatisch vom Service-Center per Mail, SMS oder Fax benachrichtigt. Die gesamte Überwachung erfolgt vollautomatisch, der Patient muss lediglich das Empfangsgerät mit sich führen. „Weltweit werden mit dem Monitoringsystem 30 000 Patienten überwacht, insgesamt sind 200 000 mit der technischen Option ausgestattet“, sagt Wildau.

Im Bereich der Patientenmonitore ist Philips nach eigenen Angaben mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent führend. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf die mobile Überwachung von Patienten, nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch innerhalb medizinischer Einrichtungen. Nach einem Herzinfarkt ist es zum Beispiel entscheidend, den Patienten bereits auf dem Weg ins Krankenhaus an ein mobiles Elektrokardiogramm (EKG) anzuschließen. Ab diesem Zeitpunkt können die Daten dank mobiler Messgeräte und Monitore aufgezeichnet werden, ohne dass Lücken zwischen den einzelnen Behandlungsstationen entstehen.

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