Pharmakogenetik
Genetischen Mustern auf der Spur

Endlos surrt der Automat über die Glasplatten mit den mikroskopisch kleinen Einbuchtungen und verteilt winzige Tröpfchen mit dem genetischen Material, das später in einem Massenspektrometer untersucht wird.

MÜNCHEN. Mehr als 10 000 Proben pro Tag schafft das Gerät, das in einem eher unscheinbaren Labor im Gebäude der Psychiatrischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München steht. Hier ist das Genetics Research Centre (GRC) untergebracht – ein Labor, das mit Hilfe von Genomanalysen die genetischen Ursachen von Erkrankungen und die Verträglichkeit und Wirkung von Medikamenten erforscht.

Die Mitarbeiter am GRC sind auf die Untersuchung der kleinstmöglichen individuellen Genomvariationen spezialisiert, den so genannten SNPs (single nucleotide polymorphism), die nur einen einzigen DNA-Baustein innerhalb des gesamten Erbgutes betreffen und das Gros der genetischen Individualität des Menschen ausmachen. „Durch den Vergleich der genetischen Bausteine bei Patienten und Gesunden versuchen wir, mit statistischen Methoden Muster zu erkennen, die auf den genetischen Ursprung von Erkrankungen hinweisen“, sagt der wissenschaftliche Leiter des GRC, Andreas Ruppert.

Die Psychiatrische Klinik der LMU beschäftigt sich seit rund 15 Jahren mit der molekulargenetischen Erforschung psychiatrischer Erkrankungen. Ende 2005 gelang es den Münchener Forschern den Pharmakonzern Glaxo-Smithkline als Kooperationspartner für das Labor zu gewinnen. „Bis dahin konnten wir nur eine kleine Anzahl von genetischen Proben untersuchen“, sagt Dan Rujescu, Leiter der Sektion Molekulare und Klinische Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik. Mit den technischen Einrichtungen des GRC habe sich das nun drastisch verbessert.

In einem ersten gemeinsamen Projekt von GSK und LMU suchen die GRC-Mitarbeiter nun nach Risiko-Genen für die Erkrankung an Schizophrenie. Hier kann das Labor auf eine der im internationalen Vergleich besten Stichproben für Schizophrenie-Genetik zurückgreifen. „Mehr als 70 000 Genproben sind eine wertvolle Basis für die Erforschung der genetischen Zusammenhänge des Krankheitsgeschehens“, sagt Rujescu, der bereits bis Ende des Jahres mit ersten Ergebnissen aus dem Forschungsprojekt rechnet. Gerade für die frühzeitige Behandlung von Schizophrenie sei es wichtig, möglichst viel über mögliche genetische Einflüsse zu erfahren, sagt der Forschungsleiter.

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