Placebo oder Wundermittel
Homöopathie bleibt Glaubensfrage

Befürworter preisen die Erfolge der bis zur Flüchtigkeit verdünnten Wirkstoffe. Gegner prangern sie als Scharlatanerie und Pseudoheilkunde an. Über kaum eine alternative Heilmethode wird so vehement diskutiert wie über die Homöopathie.

dpa BERLIN. „Unser Nachweis sind schlicht und einfach die Patienten“, sagt der Münchner homöopathische Arzt Wolfgang Springer. „Das System hat sich 200 Jahre lang gehalten und weltweit ausgebreitet. Das wäre nicht passiert, wenn es keine Effekte gäbe.“

Springer ist Präsident des Homöopathischen Weltärztekongresses, der unter der Schirmherrschaft von Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf in Berlin tagt. Die Begeisterung der Deutschen für die schwach dosierten Arzneien scheint ungebrochen. „In den Achtzigern brachten die Mütter ihre Kinder. Dann kamen die Frauen allein. Mittlerweile sind auch die Männer da“, sagt Springer.

Während das schulmedizinische System Diagnosen häufig nach fünf Minuten stellt, nehmen sich Homöopathen zumindest im Erstgespräch rund zwei Stunden Zeit für ihren Patienten. Spektakuläre Erfolge sagt man der Methode vor allem bei der Behandlung chronischer Leiden wie Heuschnupfen, Neurodermitis, Migräne und Schlafstörungen nach. „Bei Studien unseres Instituts besserten sich die Symptome solcher Krankheiten bei homöopathischer Behandlung innerhalb weniger Wochen um die Hälfte“, sagt Stefan Willich vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Berliner Universitätsklinik Charité. „99 Prozent der Patienten waren Chroniker, die schon seit zehn Jahren oder mehr litten.“

Für Springer reichen die Möglichkeiten noch deutlich weiter: „Bis zu 80 Prozent der hausärztlichen Grundversorgung lassen sich homöopathisch leisten.“ Oft biete die Methode Ansatzmöglichkeiten, wo die Schulmedizin versage.

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