Pumpentherapie für Diabetiker weiterentwickelt
Künstliche Bauchspeicheldrüse liefert immer die richtige Menge Insulin

Eine künstliche Bauchspeicheldrüse könnte Millionen von Insulinabhängigen ein unabhängiges Leben ermöglichen – ohne Blutzuckermessgerät und Insulinspritze. Forscher arbeiten an der Realisierung dieses Traumes.

KÖLN. Für Diabetiker könnte das nächste Frühjahr ein wichtiger Einschnitt werden. Dann nämlich erwartet das US-Unternehmen Medtronic Minimed die Ergebnisse einer Studie mit 150 Diabetes-Patienten. Der Test markiert eine Zwischenstation auf dem Weg zur künstlichen Bauchspeicheldrüse. Für weltweit rund 17 Millionen Menschen ist das wichtig, weil ihre Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin nicht mehr oder nicht mehr ausreichend produziert. Insulin sorgt dafür, dass die Körperzellen Glucose (Traubenzucker) in Energie umwandeln können. Funktioniert die Drüse eingeschränkt oder gar nicht, muss Insulin aus einer Ersatzquelle her.

Im Alltag bedeutet das: Mehrmals täglich einen Vorrat an Insulin spritzen. Für andere heißt es: Kontinuierlich pumpen. Denn ungefähr ein Sechstel der rund 250.000 Typ-1-Diabetiker in Deutschland nutzt nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft inzwischen die Pumpentherapie. Eine Insulinpumpe besteht aus einem Insulintank plus Monitor, das Ganze handygroß. Durch eine Kanüle gibt die Pumpe kontinuierlich eine Grundversorgung an Insulin in die Fettschicht der Bauchdecke ab. Der Patient kann der Pumpe über den Monitor den Befehl eingeben, die Dosis zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Entscheidung treffen sie, nachdem sie ihren Blutzuckergehalt nach einem Piecks in den Finger gemessen haben. Alle zwei bis drei Tage muss er das Infusionsset wechseln.

Minimed hat die Insulinpumpe nun um eine entscheidende Komponente erweitert: Einen Sensor, der den Zuckergehalt direkt im Bauchfett misst und im Fünfminutentakt an den Monitor funkt. Durch dieses „Paradigm Real Time System“ kann der Patient jederzeit überprüfen, ob sein Zuckerspiegel im normalen Bereich liegt. Bei akuter Unter- und Überzuckerung warnt ein Alarmton. Für die Markteinführung der Pumpe fehlt noch die Zulassung der Food and Drug Administration.

Doch damit wäre die intelligenten Ersatzdrüse noch nicht vollständig realisiert. Denn noch muss der Patient die Vorschläge der Apparatur an seinen Bedarf anpassen. Langfristig jedoch soll das System dem Patienten diese Entscheidung abnehmen und ihn selbstständig – in einem „closed-loop“ – mit genau der richtigen Dosis Insulin versorgen.

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