Qiagen setzt auf Flüssigbiopsie
Krebs erkennen mit nur einem Tropfen Blut

Es könnte der Durchbruch in der Tumor-Erkennung sein: Qiagen, Europas größtes Biotech-Unternehmen, arbeitet seit 20 Jahren an der Flüssigbiopsie. Doch auch im Silicon Valley wird das Verfahren heiß gehandelt.
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New YorkDie Maschine kann so viel wie keine andere: In einem Tropfen Blut spürt sie kleinste Bruchstücke eines Tumors auf, schickt sie zur Analyse an eine Software und gleicht sie mit einem Referenzgenom ab. Am Ende wird sie einen Bericht für den Arzt ausgedruckt, der erläutert, welche Medikamente am ehesten anschlagen könnten.

Für Qiagen-Chef Peer Schatz ist das „der Durchbruch“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Fast 20 Jahre lang hat sein Unternehmen an dieser Technologie gearbeitet. Zwar weiß man spätestens seit den 50er-Jahren, dass das Erbmaterial frei im Blutstrom schwimmt und sich Gen-Mutationen im Blut nachweisen lassen. Doch erst jetzt ist die Technologie soweit, dass man dank neuer Gensequenzier-Techniken (Next Generation Sequencing) und Fortschritten in der Bioinformatik aussagekräftige Ergebnisse bekommen kann.

Flüssigbiopsie heißt das Schlagwort, für das sich die Biotech-Industrie gerade begeistert. Qiagen ist längst nicht das einzige Unternehmen, das in dieses Gebiet vorstößt. Konkurrent Illumina etwa hat Anfang des Jahres einen eigenen Ableger gebildet, der sich allein mit der Flüssigbiopsie befassen soll.

Eine 100 Millionen Dollar schwere Finanzierungsrunde wurde von Microsoft-Gründer Bill Gates und Amazon-Chef Jeff Bezos angeführt. Die Investmentbank Jeffries schätzt, dass der Markt in den kommenden Jahren 28 Milliarden Dollar schwer werden könnte. Derzeit gebe es rund 40 Unternehmen, die sich mit der Technologie beschäftigen.

Doch im Gegensatz zu den anderen biete Qiagen den Kunden „ein integriertes System, von der Probe bis zum Erkenntnisgewinn“, sagt Schatz. „Das hat bis jetzt noch niemand gemacht.“ Bislang wurde die Flüssigbiopsie des Hildener Unternehmens vor allem in der Wissenschaft verwendet. Nun soll eine neue vollautomatisierte Version in Laboren und Krankenhäuser weltweit zum Einsatz kommen – auch in Deutschland. Qiagen präsentiert die zusätzliche Funktion, die auf die bisherige Gen-Reader-Maschine aufgesattelt werden kann, in diesen Tagen auf der weltgrößten Onkologie-Messe Asco in Chicago.

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Die Technologie steht immer noch am Anfang

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