Ralph Steinman
Verstorbener Mediziner erhält Nobelpreis posthum

Der mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnete Forscher Ralph Steinman ist drei Tage vor der Verleihung verstorben. Laut Statuten kann der Preis nicht posthum zuerkannt werden. Nun soll eine Ausnahme gemacht werden.
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StockholmErstmals in der 110jährigen Geschichte des Nobelpreises wird ein verstorbener Wissenschaftler ausgezeichnet: Der 1943 in Montreal geborene Immunologe Ralph Steinman sei am Freitag vergangener Woche an einer Krebserkrankung gestorben, teilte das Nobel-Komitee in Stockholm mit. Offenbar wurde das Komitee von der Nachricht vom Tod überrascht, denn das Testament des Preis-Stifters Alfred Nobel sieht eine Verleihung posthum nicht vor. Der Sprecher der Nobelstiftung, Göran Hansson, erklärte allerdings am Abend in Stockholm, dass die Nobel-Stiftung in einer Sondersitzung beschlossen hat, die ursprüngliche Entscheidung nicht zu revidieren. Damit werden die Angehörigen von Steinman die Auszeichnung am 10. Dezember in Stockholm entgegennehmen können. Die Familie hatte den Tod des Wissenschaftlers erst nach der Nobel-Entscheidung öffentlich gemacht.

Gestern Mittag hatte das Nobel-Komitee mitgeteilt, dass es keinen der drei Preisträger erreicht habe. Die Nachricht vom Tode Steinmans wurde zunächst von der Rockefeller Universität in den USA verbreitet. Die Tochter des verstorbenen Wissenschaftlers erklärte, ihr Vater hätte sich „sicherlich sehr geehrt gefühlt, nachdem er sich sein ganzes Leben der Arbeit und der Familie gewidmet“ habe.

Steinman erhält eine Hälfte des mit knapp 1,1 Millionen Euro dotierten Preises, während sich der Amerikaner Beutler (Jahrgang 1957) und der Luxemburger Hoffmann (1941) die andere Hälfte teilen. Das karolinische Institut in Stockholm, das für die Auswahl der Medizin-Nobelpreisträger verantwortlich ist, ehrte die drei Forscher für ihre herausragenden Entdeckungen auf dem Gebiet der Immunologie. Sie hätten „unsere Kenntnisse über die Immunologie revolutioniert, weil sie die zentralen Prinzipien der Aktivierung des Immunsystems  entdeckt haben“, heißt es in der Begründung. Damit sei die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden gegen Infektionen und Krebs möglich. „Die drei haben ein Rätsel gelöst“, urteilte Göran K. Hansson, Professor am Karolinischen Institut.

Beutler und Hoffman werden für ihre Forschung über die angeborene Immunität ausgezeichnet. Steinman hat die sogenannten dendritischen Zellen entdeckt, die für die Aktivierung des Immunsystems verantwortlich sind. „Die drei haben ein Rätsel gelöst“, sagte Göran K. Hansson, Professor am Karolinischen Institut. „Jetzt wissen wir, wie das Immunsystem aktiviert wird“. Künftig werde man bessere Medikamente auf Basis der Grundlagenforschung der drei Wissenschaftler herstellen können. „Unter anderem wird man vermutlich Impfstoffe entwickeln, die die Abwehrmechanismen des Körpers aktivieren können“, sagte Annika Scheynius, Professorin am Karolinischen Institut in Stockholm.

Im Gegensatz zu früheren Medizin-Nobelpreisträgern sind die in diesem Jahr Ausgezeichneten relativ jung: Beutler wurde 1957 in Chicago geboren. Er studierte an der Universität von Chicago. Später forschte er an der Universität von Texas. Seit elf Jahren ist er Professor für Genetik und Immunologie am Scripps Research Institute in La Jolla, USA.

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Lukrative Auszeichnung

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