RFID
Funkchips für das Krankenhaus der Zukunft

In der Warenwirtschaft anderer Branchen hat sich die Funktechnologie RFID bereits durchgesetzt – jetzt könnte sie die Prozesse in Krankenhäusern und Apotheken verbessern. Dort kommt die Technologie derzeit jedoch meist nur in Forschungsprojekten zum Einsatz.

BERLIN. RFID steht für Radio Frequency Identification, eine Technologie die im zweiten Weltkrieg entwickelt wurde, um feindliche Flugzeuge zu orten. Nach einfachen Anwendungen zur Diebstahlsicherung von Kaufhausartikeln, die seit den siebziger Jahren im Einsatz sind, wurde in den neunziger Jahren in den USA ein Mautsystem auf der Basis von RFID-Technologie in Betrieb genommen.

In einer aktuellen Studie über den RFID-Einsatz im Gesundheitswesen kommt das Fraunhofer-Institut zu einem interessanten Schluss: Meist sind es nämlich nicht die kaufmännischen oder technischen Leiter, die RFID-Projekte anregen, sondern Chefärzte. Da sie sich in erster Linie Gedanken über eine bessere Patientenversorgung machen, rangierten Qualität und Sicherheit als Motive für Investitionen in RFID eindeutig vor Kostenerwägungen.

In der Studie werden rund 20 Projekte und Implementierungen unter die Lupe genommen. Das Ziel war ursprünglich, die Kostentreiber in den Projekten zu erkennen, um Empfehlungen für Kostenrechnungen entwickeln zu können. „Der Entwicklungs- und Nutzungsstand von RFID-Technik ist dafür im deutschen Gesundheitswesen aber noch nicht weit genug fortgeschritten“, sagt Projektleiterin Katrin Gaßner. Sie sieht aber großes Potenzial, vor allem dann, wenn Prozessoptimierungen über einzelne Stationen hinaus vorgenommen werden. Das sei jedoch sehr komplex und schwer umzusetzen. „Ohne Reorganisationsprojekte in den Krankenhäuser ist das kaum zu machen“, sagte sie.

Die Chancen der Technologie sind Gaßner zufolge groß. Zum Beispiel bei der Medikamentenlogistik im Krankenhaus. Die Qualität könnte verbessert, Kosten eingespart werden. Voraussetzung ist jedoch, dass der gesamte Prozess vom Einkauf der Medikamente über die Lagerung in der zentralen Krankenhaus-Apotheke, der Weitergabe an Stationen und Patienten, der Dokumentation bis hin zur Datenverarbeitung im betriebswirtschaftlichen Controlling durch RFID unterstützt wird. Auf diese Weise könne man Fehlverabreichungen vermeiden, die im schlimmsten Fall für den Patienten tödlich ausgehen können. Auch Medikamentenschwund ließe sich so reduzieren. Zudem könnten Ineffizienzen in der Logistik aufgedeckt und beseitigt werden. Ähnliches gilt für die Kontrolle von Blutkonserven.

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