Medizin
Rheuma-Erkrankungen bei Kindern werden häufig übersehen

dpa DRESDEN. Rheumatische Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen werden oft übersehen. Trotzdem genesen zwei Drittel der Patienten. Das berichteten Mediziner auf der 15. Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie in Dresden.

Die sächsische Landeshauptstadt ist bis Sonnabend Gastgeber für einen Kongress mit rund 1 500 Fachleuten der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendrheumatologie.

Mangelndes Wissen über das Krankheitsbild und unzureichende Tests verhindern häufig die Diagnose. „Im Gegensatz zu Erwachsenen fehlen beim Kind spezifische Marker im Laborbereich“, sagte Kongresspräsident Prof. Manfred Gahr von der Universitätsklinik Dresden. Obwohl selten, handele es sich um chronische, schwere Erkrankungen. Bis zur Heilung vergingen im Schnitt 20 Jahre. Bei rund zehn Prozent der Patient dauert das Leiden noch länger im Erwachsenenalter fort.

Etwa 30 000 Kinder in Deutschland leiden an einer Rheuma- Erkrankung, jährlich erkranken bis zu 3 000 neu. Die Häufigkeit entspricht etwa der von Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.

Symptomatische Therapien gelten für Kinder wegen der Nebenwirkungen als relativ gefährlich. Medikamente müssen vorsichtiger eingesetzt werden, weil sie auf den wachsenden Organismus der Kinder großen Einfluss nehmen können. So führen Kortisonpräparate zu einer Wachstumshemmung und Minderwuchs.

Unter rheumakranken Jugendlichen liege die Arbeitslosenrate zwei bis vier Mal höher als unter gleichaltrigen Gesunden, trotz vergleichbarer Schulabschlüsse, teilte Rheumatologe Gerd Ganser vom St. Joseph-Stift Sendenhorst mit.

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