Robert-Koch-Institut
Ende der Ehec-Epidemie ausgerufen

Über 4300 Erkrankte und 50 Todesfälle – das ist die Bilanz des Ehec-Ausbruchs in Deutschland. Die Epidemie wurde nun für beendet erklärt – doch mit Infektionen rechnen Forscher weiterhin.
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Berlin Der größte je beschriebene Ehec-Ausbruch in Deutschland ist zu Ende. Das Robert-Koch-Institut hat die Ehec-Epidemie fast drei Monate nach ihrem Beginn am Dienstag für beendet erklärt. Deutschlandweit forderte der aggressive Darmkeim 50 Todesopfer. Mehr als 4.320 Erkrankungsfälle wurden registriert. Die Behörden wollen den gefährlichen Erreger in Zukunft intensiver überwachen.

Da seit dem letzten übermittelten Erkrankungsbeginn vor drei Wochen kein neuer Erkrankungsfall bekannt geworden sei, betrachte das RKI den Ausbruch als beendet, teilte das Institut am Dienstag in Berlin mit. Die drei Wochen berücksichtigen den Angaben zufolge die Inkubationszeit, die Zeit für die Diagnosestellung und die Zeit für die Übermittlung eines Falls. „Damit ist der größte Ehec-Ausbruch in Deutschland beendet“, sagte RKI-Präsident Reinhard Burger.

Zwtl: Forscher rechnen mit mehr Erkrankungen als zuvor Allerdings rechnen die Forscher künftig mit mehr Meldungen über Ehec-Infektionen als in vergleichbaren Vorjahreszeiträumen. Als Gründe nannten sie die erhöhte Aufmerksamkeit für Ehec/HUS sowie eine vermehrt durchgeführte Diagnostik. Diese Infektionen könnten über Ausscheidungen von Menschen übertragen werden, auch wenn diese keine Symptome mehr hätten. Darüber hinaus könne die Übertragung direkt von Mensch zu Mensch oder durch Lebensmittel erfolgen, die kontaminiert wurden.

Deshalb sollten auch nach dem Ende des Ausbruchs „etwaige Erkrankungen durch Infektion mit Ehec O104:H4 intensiv nachverfolgt und zeitnah dem RKI übermittelt werden“, sagte Burger. Das Lagezentrum, das für das Management des Ausbruchs am 23. Mai 2011 im RKI eingerichtet worden war, soll allerdings geschlossen werden.

Zwtl: Erreger forder 50 Todesopfer bundesweit Seit Ausbruch der Epidemie Anfang Mai erkrankten nach RKI-Angaben bundesweit 4.321 Menschen an dem gefährlichen Darmkeim, 852 von ihnen litten am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS). Am vergangenen Donnerstag hatten die Behörden die generelle Verzehrwarnung vor rohen Sprossen aufgehoben. Lediglich aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen sowie Sprossen und Keimlinge, die aus diesen Samen gezogen wurden, sollten weiterhin nicht roh verzehrt werden.

Diese Samen waren bereits Ende Juni „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ als Auslöser des Epidemie-Ausbruchs in Deutschland identifiziert worden. Am 5. Juli ordnete die Europäische Union den Rückruf der im Zeitraum 2009 bis 2011 importierten Chargen von Bockhornkleesamen an und verhängte ein Einfuhrverbot für sämtliche ägyptische Samen und Bohnen.

 

 

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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