Medizin
Rückkehr von Vioxx auf den US-Markt wahrscheinlich

Ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde (FDA) hat die Tür für die Rückkehr des im Herbst 2004 vom Markt genommenen Rheumamittels Vioxx geöffnet.

dpa WASHINGTON. Mit knapper Mehrheit empfahl die Gruppe, das umstrittene Medikament mit strikten Auflagen zuzulassen und unter denselben Voraussetzungen weiterhin grünes Licht für den Vertrieb von Celebrex und anderen Mitteln der Medikamentengruppe der so genannten Cox-2-Hemmer zu geben. In der Regel folgt die FDA den Berater-Empfehlungen. Eine Entscheidung wird nach Medienberichten vom Samstag bereits in wenigen Wochen erwartet.

Das US-Pharmaunternehmen Merck hatte Vioxx im vergangenen September aus Sorge über ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko vom Markt genommen. Eine FDA-Studie hatte unter anderem ergeben, dass das Arthritismedikament allein in den USA bei 88 000 bis 140 000 Menschen schwere Herz- und Kreislaufleiden ausgelöst haben könnte. Experten erklären die schädlichen Nebenwirkungen damit, dass Rheumamittel wie Vioxx den Blutdruck erhöhen.

Nach der Entscheidung des Beratergremiums sind Medikamente zur Behandlung chronischer Schmerzen zweifelsfrei wertvoll, aber die mit ihren Wirkungen verbundenen Fragen so komplex, dass ein gründliches weiteres Testen nötig sei. Das wiederum erfordere eine Einschränkung der vordem „aggressiven“ Werbung für diese Mittel und deutlichere Warnungen vor den möglichen Nebenwirkungen.

Unter anderem schlägt die Gruppe vor, eine direkte Werbung bei den Konsumenten ganz zu verbieten und die Verpackung beziehungsweise die Tablettenbehälter mit einer massiven, schwarz umrandeten Warnung zu versehen. Zugleich solle vorgeschrieben werden, dass Patienten in einer zusätzlichen schriftlichen Warnung auf das erhöhte Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen aufmerksam gemacht werden. Ein Teil der Berater empfahl zudem, dass Mittel der Cox-2-Gruppe nur dann verschrieben werden sollten, wenn andere Arzneien versagt hätten.

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