Schädigung des Herzmuskels bereits nach ein bis zwei Stunden nachweisbar
Neuer Bluttest erkennt Herzinfarkt früher

Die Diagnose eines Infarktes muss so schnell wie möglich erfolgen. Die ersten vier Stunden nach dem Infarkt sind entscheidend. Doch der Nachweis eines Herzinfarkts ist schwierig. Hier helfen Analyseverfahren weiter, die Proteine oder Enzyme im Blut – so genannte Herzmarker – nachweisen, die der Körper bei einer Schädigung des Herzmuskels abgibt.

DÜSSELDORF. Biochemische Marker werden bereits seit den 90er Jahren zur Diagnose des Herzinfarkt genutzt. Die Tests haben jedoch einen Schönheitsfehler: Sie sind entweder erst nach vier bis sechs Stunden – in der Spätphase des Infarktes – im Blut sicher nachweisbar oder nicht spezifisch genug (siehe Grafik). So können das Enzym „Kreatin-Kinase Muscle Brain“ (CK-MB), das in Muskeln und im Gehirn vorkommt, sowie die Proteine Troponin „I“ und „T“ den Infarkt erst zu einem Zeitpunkt nachweisen, an dem Herzgewebe bereits abgestorben ist. Das als Frühmarker in der Labordiagnostik verwendete Myoglobin – ein sauerstoffbindendes Protein – dagegen ist nicht herzmuskelspezifisch. Selbst eine einfache Injektion oder sportliche Aktivitäten können die Myoglobin-Werte erhöhen, ohne dass ein Infarkt vorliegt.

Deshalb bieten Pharmakonzerne wie Roche Kombinationstests mit Myoglobin und Troponin T und die kanadische Firma Spectral Diagnostics Inc. kombiniert Myglobin mit Troponin I und CK-MB. Die Rennesens GmbH in Berlin hat im Mai vergangenen Jahres einen Cardio Detect-Test auf den Markt gebracht, der das Herzmuskelprotein h-FABP (heart-Fatty Acid-Binding Protein) nachweist.

Der neue biochemische Test, der von dem US-amerikanischen Biotech-Unternehmen Diagenics entwickelt wurde, zeigt den Sauerstoffmangel im Herzmuskel nun bereits in den ersten zwei Stunden nach einem Infarkt an. Der so genannte Herzfrühmarker „Diacordon“ ist seit Anfang Juli für den europäischen Markt zugelassen.

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