Schlafforschung
Mobiles Diagnosegerät ersetzt das Schlaflabor

Wer den Ursachen seiner Schlafstörungen auf die Spur kommen will, muss bislang in ein Schlaflabor umziehen. Zwei bis drei Nächte bleiben die Patienten durchschnittlich, je nach Art der Beschwerden. Doch es ist nicht jedermanns Sache, fern von zu Hause verkabelt und beobachtet von Wissenschaftlern zu schlafen.
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MARBURG. „Auch wenn die meisten Patienten nach einer Eingewöhnungsphase meist recht gut schlafen, ist die Schlafqualität im Labor nicht immer mit der zu Hause zu vergleichen“, räumt Ulrich Koehler, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitätsklinikum Marburg, ein.

Abhilfe verspricht nun ein neu entwickeltes Gerät – das mobile Schlaflabor „SleepBee“. Es ist klein, praktisch in der Handhabung und kann in der gewohnten Umgebung genutzt werden. Der Patient stellt die Basisstation auf den Nachtisch und befestigt elastische Bänder an Stirn, Brust, einem Arm und den Beinen. Da die für Schlaflabore übliche Eingewöhnungsphase entfällt, bekommen die Mediziner bessere Ergebnisse.

Bestückt sind die Bänder mit Elektroden, die die gemessenen Daten drahtlos zur Basisstation übermitteln. Das System erklärt dem Anwender Schritt für Schritt, wie er die Sensoren am Körper befestigen muss, es kontrolliert selbsttätig die Qualität der Signalübertragung und meldet, falls an einer Stelle nicht richtig gemessen wird.

„Pro Jahr suchen schätzungsweise 250 000 Patienten eine der rund 300 von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin akkreditierten Schlaflabore auf“, sagt Koehler. Ihr Problem: Sie schlafen erst nach mehreren Stunden ein, sie schnarchen, haben Atemaussetzer oder wachen in der Nacht mehrmals auf.

Zudem stören Wadenkrämpfe oder nicht endende Grübeleien die nächtliche Ruhe – nach Expertenschätzungen hat schon jeder fünfte Deutsche Probleme beim Schlafen, rund 15 Prozent der Bevölkerung leiden an einer chronischen und behandlungsbedürftigen Schlafstörung.

Die Folgen können gravierend sein: Konzentrationsschwierigkeiten, Erschöpfung, ein höheres Unfallrisiko. Wer nachts nicht zur Ruhe kommt, leistet tagsüber weniger. Außerdem macht der gestörte Schlaf auf Dauer anfällig für Depressionen oder Herzkreislauferkrankungen.

Das mobile Messgerät „SleepBee“ könnte dazu beitragen, dass diesen Menschen künftig schneller geholfen werden kann, sagt Koehler. Plätze in den Schlaflabors sind knapp. Allein am Schlafmedizinischen Zentrum des Universitätsklinikums Marburg stehen derzeit 750 Patienten auf der Warteliste.

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