Schmerzinfusion nach Operation: Elektronisches Pflaster lindert Schmerzen

Schmerzinfusion nach Operation
Elektronisches Pflaster lindert Schmerzen

Patienten werden nach einer Operation schneller mobil. Das Mikrochip-System des Pharmaherstellers Janssen-Cilag funktioniert so ähnlich wie ein Schmerzpflaster, das zur Schmerzlinderung bei Rheuma oder Krebserkrankungen verwendet wird.

DÜSSELDORF. Patienten werden nach einer Operation schneller mobil. Mediziner an der Uniklinik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben eine neue Methode getestet, mit der Schmerzen im Anschluss an eine Operation ohne Infusion behandelt werden können. Das Schmerzmittel wird statt über eine Medikamentenpumpe und Nadel in eine Vene am Arm von einem Mikrochip dosiert und über die Haut übertragen.

Das elektronische System funktioniert so ähnlich wie ein Schmerzpflaster, das schon seit längerem zur Schmerzlinderung bei Rheuma oder Krebserkrankungen verwendet wird. „Normale Schmerzpflaster, die den Wirkstoff über einen Zeitraum von 72 Stunden kontinuierlich freisetzen, sind zwar für Menschen mit chronischen Schmerzen ein Segen, sie helfen aber nicht nach einer Operation“, sagt Stefan Grond, Professor an der Poliklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin der Martin-Luther-Universität.

Die Schmerzen nach einem chirurgischen Eingriff sind am Anfang sehr groß und werden mit der Zeit geringer. Daher muss das Schmerzmittel sehr schnell wirken und später nach und nach an das Schmerzempfinden des Patienten angepasst werden. „Herkömmliche Schmerzpflaster wirken erst nach vier bis sechs Stunden und haben ihr Potenzial nach etwa 24 Stunden erreicht“, erläutert Grond.

Die Mediziner haben im Rahmen einer europaweiten Studie ein neues Pflaster getestet, das von Janssen Cilag, einem Tochterunternehmen von Johnson & Johnson, in den USA entwickelt wurde und künftig in Deutschland hergestellt werden soll. Das scheckkartengroße System wird ähnlich dem Schmerzpflaster auf den Oberarm oder Oberkörper geklebt. Es transportiert das Medikament mit einer kleinen elektronisch gesteuerten Pumpe und elektrischen Strom über die Haut in den Körper.

Mit Einschalten des Schwachstroms wird das Schmerzmittel in die tiefen Gewebeschichten der Haut geschoben und dort über die Blutbahn vom Körper aufgenommen. Vorteil der neuen Technik: Das Schmerzmittel wirkt bereits nach einer Viertelstunde. Verwendet wird der Wirkstoff Fentanyl, der bereits in kleinen Mengen sehr gut hilft. „Das Medikament ist 100-mal stärker als Morphin“, sagt Grond. Daher reichen wenige Milliliter im Dosiersystem, um den Patienten über einen längeren Zeitraum schmerzfrei zu halten.

Seite 1:

Elektronisches Pflaster lindert Schmerzen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%