Medizin
„Schnarch-Schnuller“ stoppt nächtlichen Krach

Forscher der Universitätsklinik Göttingen haben nach eigenen Angaben Patienten erfolgreich mit einem Mittel gegen nächtliches Schnarchen behandelt. Mit Hilfe eines speziellen Schnarch-Schnullers lasse sich bei sieben von zehn Betroffenen das Schnarchen verhindern.

dpa GÖTTINGEN. Dies teilte die Hochschule am Mittwoch mit. Bei dem Gerät handele es sich um eine einfache Membrantrichterplatte, mit deren Hilfe die Zunge beim Schlafen in einer „Parkposition“ hinter den Zähnen gehalten wird. Allerdings sei ein Training dafür erforderlich.

„Neun von zehn Patienten kommen auf Wunsch ihres Partners zu uns“, sagte Professor Wilfried Engelke, der die Schnarchsprechstunde des Klinikums leitet. Den meisten Schnarchern können die Göttinger Wissenschaftler helfen, indem sie ihnen eine Membrantrichterplatte als Schnarch-Schnuller anpassen. Dabei nutzen sie einen „physikalischen Trick“ der Natur, um die Zunge ohne Anstrengung am Gaumen zu halten. Beim Schlucken legt sich die Zunge von selbst an den Gaumen hinter den Frontzähnen, berichtet Enkelke. Bleibt der Mund geschlossen, haftet sie durch Unterdruck weiter am Gaumen.

Weil das Gaumensegel auf diese Weise nicht in Schwingungen gerät, kann es keine Schnarchgeräusche geben. Der Schnarch-Schnuller helfe dem Patienten, den Mund auch nachts geschlossen zu halten. Das Gerät muss allerdings speziell angepasst werden. Zudem sei etwas Übung erforderlich. Die Plastikschiene hatten die Forscher vor gut einem Jahr vorgestellt.

Die Behandlung mit dem Schnarch-Schnuller kostet nach Universitätsangaben rund 300 € und werde von den Krankenkassen bisher nicht übernommen.

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