Schnelle Ausbreitung
Ärzte ohne Grenzen fordern Bundeswehreinsatz gegen Ebola

Noch ist kein Ende der Ebola-Seuche in Westafrika in Sicht. Das Virus breitet sich laut der WHO immer rasanter aus, es zu kontrollieren wird immer schwieriger. Deshalb rufen nun selbst NGOs nach einem Bundeswehreinsatz.
  • 0

LondonOhne einen verstärkten Kampf gegen das tödliche Ebola-Virus wird es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation in sechs Wochen möglicherweise rund 21.000 Infizierte geben. Die Zahl der Fälle werde sich exponentiell steigern, sagte der strategische Direktor der WHO, Christopher Dye, der Co-Autor einer neuen Ebola-Studie ist.

Die neue Analyse der Situation in Westafrika wurde am Dienstag von dem Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ im Internet veröffentlicht. Demnach könnten sich Menschen auch noch in Jahren mit Ebola anstecken, sollten sich die Kontrollmaßnahmen nicht verbessern. Seit die ersten Fälle vor gut einem halben Jahr in Westafrika auftraten, sind nach WHO-Schätzungen bislang 5800 Menschen an dem Virus erkrankt. Ebola forderte demnach bislang rund 2800 Todesopfer.

Dye und seine Kollegen schrieben, dass die Zahl der Infizierten und Toten in den kommenden Monaten um Hunderte oder gar Tausende Fälle pro Woche ansteigen könne. Das Virus werde sich auch in Teilen Guineas ausbreiten, aus denen bislang noch keine Ebola-Ansteckungen bekannt sind.

Die Maßnahmen gegen Ebola in den nächsten Monaten seien entscheidend, urteilten die Wissenschaftler. „Das Fenster, um den Ausbruch zu kontrollieren, schließt sich“, sagte ein Epidemiologe der Londoner Hochschule für Hygiene und Tropenmedizin, Adam Kucharski.

Wegen der Dramatik der Situation ruft nun auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen zu einem militärischen Eingreifen auf. „Wir bitten staatliche, nicht-staatliche und militärische medizinische Einheiten, in Westafrika tätig zu werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Ärzte ohne Grenzen, Dr. Tankred Stöbe, im Interview mit der Zeitschrift Internationale Politik und Gesellschaft. „Auch wenn wir meistens zivile Hilfe bevorzugen, haben wir in dieser unpolitischen Krise alle Akteure aufgerufen, diese Katastrophe eindämmen zu helfen“, so Stöbe.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Staaten verstärkte Hilfe für die am stärksten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea zugesichert. Darunter waren auch die USA, die 3000 militärische Angestellte zum Aufbau von Behandlungszentren sowie die Ausbildung von Medizinern vor Ort bereitstellen.

Seite 1:

Ärzte ohne Grenzen fordern Bundeswehreinsatz gegen Ebola

Seite 2:

Das Virus breitet sich immer rasanter aus

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%