Zahnmedizin: Karies Zahn stopft Loch selbst

Selbstheilung statt Bohrer
Karies-Zahn repariert sich selbst

Amalgam enthält Quecksilber, Kunststoff-Füllungen sind oft wenig haltbar: Das perfekte Material, um Löcher im Zahn zu stopfen, gibt es noch nicht. Eine neue Methode lässt nun den Zahn selbst das Karies-Loch stopfen.
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LondonKaries-Löcher können sich mit Hilfe spezieller Substanzen wieder schließen. Das haben britische Forscher an Mäusen gezeigt. Sie entwickelten dafür eine selbstauflösende Füllung, die die Zähne über die Stimulierung von Stammzellen dazu anregt, sich selbst zu heilen.

Ähnliche Ansätze waren früher bereits von anderen Arbeitsgruppen unter anderem aus den USA und Japan vorgestellt. Das Fernziel geht dabei weit über das Stopfen von Löchern hinaus: Künftig soll es möglich werden, komplette Zähne nachwachsen zu lassen.

Karies ist eine durch den Stoffwechsel von Bakterien verursachte Erkrankung der Zähne. Die Mikroben wandeln Zucker in Säuren um, die den Zahnschmelz entkalken. Ist der Schmelz porös geworden, können die Bakterien in den Zahn eindringen und ihn von innen zerstören.

Bis zu einem gewissen Grad reparieren Zähne von Bakterien verursachte Schäden mit Hilfe der Stammzellen im Zahnmark in einem fortwährenden Prozess selbst. Erst wenn das nachgelieferte Material nicht ausreicht, durchdringen die Mikroben den harten Zahnschmelz und es bildet sich ein Loch.

Zur Behandlung wird zunächst die erkrankte Zahnsubstanz entfernt. Damit sich nach dem Bohren im betroffenen Zahn nicht gleich wieder Bakterien ansammeln, wird er mit einer Füllung versiegelt. Dafür gibt es unterschiedliche Materialien: Kunststoff, Keramik, Zement, Gold oder auch das silberfarbene Amalgam. Diese Materialien bauen sich nicht ab, eine Regeneration des Zahns über natürliche Reparaturprozesse ist darum nicht möglich.

Die Forscher um Paul Sharpe vom Kings College in London machten sich dagegen die natürlichen Selbstheilungskräfte des Zahns zunutze. Sie verwendeten klinisch erprobte Kollagenschwämmchen, um ein spezielles Molekül in zuvor gebohrte Löcher bei Mäusezähnen einzubringen, wie sie im Fachjournal „Scientific Reports“ berichten. Dieses hemmt ein bestimmtes Enzym, die Glykogensynthase-Kinase 3 (GSK-3). Dadurch wird über bestimmte Signalketten die Bildung von Dentin stimuliert, das das Loch nach und nach wieder füllt.

Die Schwämmchen sind bei diesem Prozess kein Hindernis, da sie aus einem Biomaterial bestehen, das sich langsam abbaut. Mit ihnen schwindet die enthaltene Stimulanz, der Prozess endet automatisch.

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Karies-Zahn repariert sich selbst

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Innovativer Stopp-Mechanismus

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