Medizin
Spezialisten setzten Herzklappe per Katheter ein

Herzspezialisten bei Bonn haben in einem weltweit neuartigen Verfahren einer Patientin eine künstliche Herzklappe eingesetzt, ohne dabei ihren Brustkorb zu öffnen. Im Klinikum Siegburg implantierten die Ärzte einer 73-Jährigen die neue Herzklappe per Kathetertechnik.

dpa BONN. Herzspezialisten bei Bonn haben in einem weltweit neuartigen Verfahren einer Patientin eine künstliche Herzklappe eingesetzt, ohne dabei ihren Brustkorb zu öffnen. Im Klinikum Siegburg implantierten die Ärzte einer 73-Jährigen die neue Herzklappe per Kathetertechnik.

Das Verfahren sei bisher in Europa und den USA noch nicht angewendet worden, berichtet der „Bonner General-Anzeiger“. In Indien war im vergangenen Sommer weltweit erstmals bei einem 62-Jährigen eine Herzklappe per Kathetertechnik ausgetauscht worden. Beteiligt war auch damals der Kardiologie Prof. Eberhard Grube vom Siegburger Klinikum.

Bei der neuen Technik wird die Gefäßklappe - eingebettet in einer Gefäßstütze - per hauchdünnem Katheter zum Herzen dirigiert. Dort dehnt sich die Gefäßstütze aus und gibt die neue so genannte Bioklappe frei, womit die alte defekte alte Aortenklappe zugleich verdrängt wird. Vorteil des neuen Verfahrens sei, dass sowohl verengte als auch undichte Herzklappen durch die Bioprothese ersetzt werden könnten und zudem kein chirurgischer Eingriff erforderlich sei.

Die Patientin habe bereits zwei Tage nach dem Eingriff eine verbesserte Herz-Auswurfleistung gezeigt, sagte Prof. Grube dem Bericht zufolge. Der Herzspezialist leitet eine Studie zu dem so genannten „Re-Valving“-Verfahren, das aber noch nicht bundesweit zugelassen ist. Die Technik komme aus Frankreich.

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