Sportmediziner Alois Teuber
„Kein Sport, das ist Mord!“

Bänderriss, Zerrung, Stauchung – die Liste der Sportverletzungen ist lang. Vor allem Amateure sind gefährdet, weiß Sportmediziner Teuber: Sie trainieren oft falsch. Trotzdem gilt der bekannte Spruch von Churchill nicht.
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Sport nimmt in seinem Leben einen großen Platz ein – und in seiner Praxis in Meerbusch bei Düsseldorf. Die Klitschkos, die Eishockeyspieler der Düsseldorfer EG und andere Spitzensportler grüßen von den Wänden in seinem Büro. Alois Teuber ist ein international renommierter Sportmediziner und beriet unter anderem die Volksrepublik China bei den Olympischen Spielen 2008. Er war selbst im Amateurboxsport aktiv und spielt heute leidenschaftlich Tennis, fährt Ski, spielt Golf und macht Fitnesstraining. Mit Sportverletzungen kennt er sich bestens aus, besonders die Prophylaxe liegt ihm am Herzen.

Ist Sport Mord?
Das hat Winston Churchill einst gesagt, und er ist auch der einzige auf dieser Welt, der das gesagt hat. Er hat es nur leider so verkauft, dass viele es geglaubt haben. Nur ist das natürlich absolut falsch. Genau das Gegenteil ist richtig: Sport ist Leben, Sport ist Gesundheit.

Ganz ungefährlich ist Sport aber auch nicht. Wie krank sind Sportler?
Wir müssen natürlich zwischen Leistungssportlern und normalen Sportlern unterscheiden. Der normale Mensch braucht den Sport als Ausgleich für stundenlanges Sitzen im Büro. Sport hilft uns außerdem sehr gut, unsere Psyche unter Kontrolle zu halten. Der Leistungssportler hat in der Regel ganz andere Ambitionen, er will damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Natürlich verletzen sich Profis ab und zu.

Vor allem Fußballer scheint es oft zu treffen. Es gibt sogar eine Webseite: Ist Arjen Robben verletzt oder nicht? Ist Fußball so gefährlich?
(lacht) Nein, das würde ich nie so formulieren. Das wäre ja dramatisch. Schließlich ist Fußball die beliebteste Sportart überhaupt. Wenn sich da über kurz oder lang jeder verletzen würde, würde ja niemand Fußball spielen. Fußball ist nicht gefährlich, das ist eine subjektive Wahrnehmung. Fußball ist eine extrem beliebte Sportart, darüber wird natürlich auch viel berichtet – und natürlich auch über die Verletzungen der Spitzensportler.

Gibt es spezielle Verletzungen je nach Sportart?
Jede Sportart hat ihr eigenes Verletzungsprofil. Bei Fußballspielern trifft es vornehmlich die Knie, aber auch die Sprunggelenke. Bei Eishockeyspielern sind es Sprunggelenke und Schultergelenke, manchmal ist es auch der Schädel, Tennisspieler haben wieder andere Probleme …

… und alle Golfer haben Rücken? Tiger Woods hat beispielsweise die Teilnahme am Ryder Cup deswegen abgesagt.
Natürlich haben nicht alle Golfer Rückenbeschwerden. Bei Profis kann es aber zu Überbelastungen kommen. Überlegen Sie doch einmal, welche Position Sie beim Golfspielen einnehmen. Es ist eine den Rücken belastende Sportart. Zu jeder Sportart gehört die entsprechende Ausrüstung und damit meine ich nicht nur das schicke Outfit, sondern auch den entsprechend geschulten Muskelapparat. Wenn Sportler da Defizite haben, kann es zu Problemen kommen und bei Golfern ist es häufig der Rücken. Wer seinen Muskelapparat darauf nicht vorbereitet, entsprechend trainiert und schult, wird Probleme bekommen.

Aber Tiger Woods trainiert doch sicher den ganzen Tag entsprechend.
Wenn wir bei diesem Beispiel bleiben: Wer jahrzehntelang Golf spielt, hat natürlich auch mal Überlastungserscheinungen. Das ist ganz normal. Aber nicht alle Golfer haben grundsätzlich einen kaputten Rücken.

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