Stammzellforschung
Zweifel an Mensch-Tier-Embryonen

Die Debatte um die Nutzung von Mensch-Tier-Embryonen zur Stammzellgewinnung erhält eine neue Richtung. Aufgrund eigener Untersuchungen melden amerikanische Wissenschaftler ernsthafte Zweifel an der Brauchbarkeit solcher Chimären-Zellen an.
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HEIDELBERG. Die umstrittenen Hybrid-Embryonen aus tierischem und menschlichem Gewebe könnten möglicherweise unbrauchbar sein. US-Forscher warnen, dass wichtige Gene bei diesen Chimären abgeschaltet sind.

Stammzellforscher hatten sich bei diesen Mischwesen eine leichter zugängliche Quelle für die begehrten menschlichen embryonalen Stammzellen erhofft. Dabei soll ein menschlicher Zellkern in eine tierische Eizelle verpflanzt werden, die anschließend zur Teilung angeregt wird. Aus dem sich entwickelnden frühen Embryo ließen sich dann die Stammzellen entnehmen, die zu 99,9 Prozent aus menschlichem Erbgut bestünden.

Die Arbeitsgruppe von Robert Lanza von der US-Firma Advanced Cell Technology in Los Angeles hat das mit menschlichen Zellkernen getestet, die sie einerseits in Eizellen von Menschen, anderseits in jenen von Rindern und Kaninchen einsetzten. Anschließend untersuchten sie die Genaktivitäten der daraus entstandenen Klone und verglichen sie mit den Aktivitäten in normalen, durch künstliche Befruchtung erzeugten Embryonen.

Die Embryonen schienen sich zwar normal zu entwickeln und unterschieden sich auch äußerlich nicht. Doch bei den Chimären zeigten 2400 bis 2950 Gene ein anderes Aktivitätsmuster - die meisten Erbfaktoren waren abgeschaltet. Darunter waren auch wichtige Steuergene wie Oct-4, Sox-2 und nanog, die für die Entwicklung der embryonalen Stammzellen eine entscheidende Rolle spielen.

Im Mai 2008 hatte das britische Parlament nach heftigen Kontroversen die Forschung mit Hybrid-Embryonen legalisiert. Kurz zuvor hatten Forscher der University of Newcastle bekannt gegeben, ihnen sei die Erzeugung von Chimären gelungen. Die Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Kühen seien nach drei Tagen zerstört worden.

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