Stirnmuskel verursacht Migräne
Schnitt mit dem Skalpell befreit von Kopfschmerzen

HB/dpa BERLIN. Mit einem kleinen Schnitt wollen Mediziner an der Berliner Park-Klinik Weissensee Migräne-Patienten von qualvollen Kopfschmerzen befreien. Sie können mit ihrer Therapie Menschen helfen, deren Migräne-Zentrum zwischen den Augenbrauen liegt. Durch einen kleinen Muskelstrang dort läuft der Trigeminus-Nerv. Bei Migränekandidaten werde er zu stark gereizt und schütte Entzündungsstoffe aus, erläutert Thomas Muehlberger, Leiter der Plastischen Chirurgie. Wird der Muskel entfernt, entfällt die Ursache für den Kopfschmerz.

"Die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent", erläuterte am Mittwoch in Berlin. Bislang liegen zwei relativ kleine Studien aus den USA vor, wo das Verfahren seit zwei Jahren eingesetzt wird. Etwa fünf bis zehn Prozent der rund acht Millionen Migräne-Kranken in Deutschland könnten von dem Eingriff profitieren, schätzt Muehlberger. Allerdings sei die Methode kein Allheilmittel und auch kein Ersatz für die herkömmlichen medikamentösen Therapien.

Die Patienten müssen vor der Operation ein mehrstufiges, von Neurologen begleitetes Auswahlverfahren durchlaufen. Dazu gehört auch, dass in den Bereich zwischen den Augenbrauen testweise etwas Botox gespritzt wird, um den fraglichen Muskelbereich zu lähmen. "Wenn die Patienten in den folgenden sechs Wochen dann eine deutliche Verbesserung der Migräne-Attacken spüren, macht eine Operation Sinn", sagt Muehlberger.

Ein Nebeneffekt der Operation, die durch einen kleinen Schnitt in der Augenlidfalte erfolge, sei das Verschwinden der Zornesfalten zwischen Augenbrauen. Die Krankenkassen bezahlen den Eingriff bislang nicht.

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