Strahlenschäden
Die unsichtbare Gefahr

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Laut Bundesamt für Strahlenschutz betrug die Belastung in Deutschland im ersten Jahr maximal 50 Prozent der jährlichen natürlichen Hintergrundstrahlung von durchschnittlich 2,1 mSv. „Es gibt bisher keinen Nachweis, dass in Deutschland oder anderen Ländern Mittel- oder Nordeuropas negative gesundheitliche Strahleneffekte durch den Tschernobyl-Unfall verursacht wurden“, heißt es aus dem Amt.

In starkem Widerspruch dazu stehen die Hochrechnungen durch atomkritische Gruppen wie Greenpeace, Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) und die Gesellschaft für Strahlenschutz, die nicht selten von Hunderttausenden von Opfern ausgehen. So behauptet IPPNW Deutschland, bis 2056 würden in Europa „knapp“ 240.000 zusätzliche Krebsfälle auftreten, Greenpeace spricht von 200.000 zusätzlichen Todesfällen in der Region im Zeitraum von 1990 bis 2004 und ein Vertreter der Gesellschaft für Strahlenschutz behauptet, dass aufgrund der Strahlenbelastung 800.000 Kinder nicht geboren wurden.

„Solche Zahlen sind wissenschaftlich nicht haltbar“, kontert der Medizinphysiker Hoeschen und führt das auf erhebliche methodische Schwächen in den Studien zurück. Ein Mangel besteht darin, den potenziellen Schaden durch eine kleine Strahlendosis in Berechnungen aufzublähen. Das wird damit begründet, dass es keine Grenze nach unten gibt, ab der Strahlung unschädlich ist.

Diese Annahme ist zwar sinnvoll für den Strahlenschutz, aber taugt im Bereich geringer Strahlendosen nicht als Basis für Modellrechnungen. Wegen „nicht akzeptabler Unsicherheiten in den Vorhersagen“ haben die Experten von UNSCEAR auf solche Kalkulationen für niedrig belastete Bevölkerungen verzichtet.

Auf einem anderen Blatt stehen die enormen seelischen und sozialen Belastungen der Bevölkerung im Umkreis von Tschernobyl. Mehr als 300.000 Menschen wurden umgesiedelt, Millionen leben in Furcht vor Strahlenschäden und litten oder leiden unter psychischen und psychosomatischen Störungen bis hin zum Suizid. Auch die Angst fordert ihren Tribut.

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