Studie Jeder Dritte würde Krankendaten weiterleiten

Die meisten Smartphone-Nutzer können sich noch nicht vorstellen, Gesundheitsdaten an ihre Kasse weiterzugeben. Je älter die Nutzer sind, desto geringer ist der Widerstand. Schon jetzt würde es jeder Dritte tun.
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Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil sind für Krankenkassen attraktiv. Quelle: dpa
Junge Frau joggt in Berlin

Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil sind für Krankenkassen attraktiv.

(Foto: dpa)

BerlinMehr als jeder dritte Smartphone-Nutzer kann sich einer Umfrage zufolge vorstellen, Daten zu seiner Fitness, seiner Ernährung oder seinem Lebensstil an seine Krankenkasse weiterzuleiten. Nur jeder fünfte Befragte wünscht sich dafür auch eine Gegenleistung wie einen Rabatt beim Versicherungsbetrag oder eine Prämie, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Branchenverbandes Bitkom ergab.

Per App ermittelte Daten wie zurückgelegte Schritte, Ergebnisse eines Seh- oder Hörtests oder Fotos von Hautveränderungen könnten helfen, „Patienten individuell zu informieren und zu beraten und sie medizinisch besser zu versorgen“, erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Selbstverständlich müssten Datensicherheit und Datenschutz aber an oberster Stelle stehen.

Die meisten Smartphone-Nutzer (63 Prozent) können sich wegen Datenschutzbedenken noch nicht vorstellen, Gesundheitsdaten an ihre Kasse weiterzugeben. Je älter die Nutzer sind, desto geringer ist dieser Widerstand aber: Bei Menschen über 65 Jahren sagte fast jeder zweite (47 Prozent), er könne sich die Weiterleitung sensibler Daten vorstellen. In dieser Altersgruppe waren es sogar 33 Prozent der Befragten, die dafür keine Gegenleistung von ihrer Kasse erwarten.

So erschweren Sie den Datensammlern die Arbeit
Schutz gegen die Sammelwut
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Wer sich im Internet bewegt, hinterlässt beinahe zwangsläufig digitale Spuren. Viele Dienste im Netz sammeln Daten über ihre Nutzer – allen voran der Internetgigant Google. Was mit diesen Daten alles angestellt wird und wo sie wie lange gespeichert werden, lässt sich meist nicht nachvollziehen. Doch ein gewisser Schutz gegen die Sammelwut der Datenkraken ist durchaus möglich.

Logins
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Bei aktivem Login ins Google-Konto ist die Datensammlung besonders einfach. Deswegen sollte man sich nur anmelden, wenn es wirklich nötig ist. Das gilt auch für Logins bei anderen Diensten wie etwa Facebook.

Tracker und Cookies
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Die Verfolgung durch Tracking-Dienste und die Identifikation des Rechners durch Cookies lässt sich einschränken. Dabei helfen die richtigen Browser-Einstellungen im Bereich „Datenschutz“ sowie Add-ons wie „BetterPrivacy“, „Privacy Badger“, „Ghostery“ oder „Disconnect“. Sie lassen sich in den Browsern Firefox und Chrome installieren.

Dass Chrome von Google stammt, ist dabei kein Widerspruch. Der Browser lässt zahlreiche Erweiterungen zu, die vor übertriebener Datensammelei schützen.

Internetsuche
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Die Google-Suche ist der Marktstandard. Allerdings fließen alle Sucheingaben und Klickauswertungen in den Datenschatz des Unternehmens. Es gibt aber zahlreiche Suchdienste, die keine Eingaben ihrer Nutzer speichern oder auswerten, etwa die deutschsprachige Meta-Suchmaschine „OneSeek.de“. Weitere Angebote sind etwa „startpage.com“, „ixquick.com“, „metager.de“ oder „duckduckgo.com“.

Alternativen nutzen
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Für so ziemlich alle Dienste gibt es im Netz mehrere Alternativangebote. Einige davon sind nicht kommerziell wie etwa der Kartendienst „OpenStreetMap“ statt Google Maps, Preisvergleichsportale sind eine Alternative zum Shopping-Dienst des Internetriesen. Kostenlose Übersetzungen ohne Datensammlung liefern etwa „leo.org“ oder „dict.cc“.

Bitkom ließ in der repräsentativen Umfrage 1279 Menschen ab 14 Jahren befragen.

  • afp
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