Studie manipuliert
Fälschungsskandal am Klinikum Ludwigshafen

Die deutsche Medizin hat einen neuen Fälschungsskandal: Ein Professor aus Ludwigshafen hat offenbar mindestens eine wissenschaftliche Studie manipuliert. Nun kommen auch seine übrigen Forschungsarbeiten auf den Prüfstand.
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HB LUDWIGSHAFEN. Der bisherige Chefanästhesist des Klinikums Ludwigshafen hat Untersuchungen zufolge mindestens eine wissenschaftliche Studie gefälscht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kommission, die das Klinikum einberufen hatte. Nun sollen auch andere wissenschaftliche Arbeiten des Mediziners auf den Prüfstand kommen.

„Ich vermute, es ist die Spitze eines Eisbergs“, sagte am Montag der Vorsitzende der Kommission, Eike Martin, Direktor der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik Heidelberg. Der Fall sei in der deutschen Anästhesiologie bisher einmalig.

Das Klinikum hatte sich in der vergangenen Woche von dem Mediziner getrennt. Der Professor hatte im vergangenen Jahr eine Studie in einem amerikanischen Fachmagazin veröffentlicht. Darin wurde die Wirkung von zwei Medikamenten, die bei Herzoperationen in einer Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz kommen, verglichen.

Tatsächlich kann aber einer der beiden sogenannten Plasmaexpander gar nicht zum Einsatz gekommen sein. Die Kommission hat keine Belege gefunden, dass die Studie überhaupt durchgeführt wurde.

Die Untersuchungen ergaben, dass der Mediziner auch Unterschriften von Co-Autoren in der Studie gefälscht hat und von den Patienten nicht wie vorgeschrieben schriftliche Einverständniserklärungen eingeholt hatte. Außerdem konnte der Professor keine Daten vorlegen, die seine angeblichen Forschungen belegt hätten. Auch hatte er die Studie nicht wie vorgeschrieben einer Ethikkommission vorgelegt.

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