Studie zum Thema „Frauengesundheit“
Pharma-Experten befürchten Zunahme von Brustkrebs

Medizinexperten erwarten in den nächsten fünf Jahren bei der Behandlung von Brustkrebs deutliche Fortschritte. Das zeigt eine Studie zum Thema „Frauengesundheit“, die das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité im Auftrag des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) durchgeführt hat.

hsn DÜSSELDORF. Befragt wurden 150 Experten aus Wissenschaft und Pharmaindustrie.

„Den medizinischen Fortschritt erhoffen sich die Experten vor allem durch neue, zielgerichtete Krebsmedikamente und verbesserte Chemotherapeutika“, sagte Ursula-Friederike Habenicht, Leiterin der Forschungsabteilung Gynäkologie und Andrologie der Schering AG, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin.

Die Mehrzahl der Experten erwartet, dass die Erkrankungszahlen bei Brustkrebs weiter ansteigen werden. Als Gründe werden etwa höhere Lebenserwartung, Kinderlosigkeit und späte Schwangerschaften genannt. Die Verbesserungen in der Therapie kämen daher gerade rechtzeitig. Bei den Innovationen handelt es sich um so genannte kluge Krebsmedikamente, die den Tumor gezielt angreifen und gesundes Gewebe schonen.

Insgesamt befinden sich derzeit 15 neue Medikamente der VFA-Mitgliedsunternehmen gegen Brustkrebs in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, das heißt in der Erprobung mit Patientinnen oder im Zulassungsverfahren. Eine andere viel versprechende Wirkstoffgruppe sind die Angiogenese-Hemmer. Sie hindern den Tumor an der Bildung neuer Blutgefäße, die ihn an den Blutkreislauf anschließen. Dadurch bekommt der Tumor keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe für das weitere Wachstum – er wird also regelrecht ausgehungert. Der erste dieser Hemmstoffe wurde 2005 zur Behandlung von Darmkrebs zugelassen. Zurzeit wird die Wirksamkeit dieser und weiterer Hemmstoffe bei fortgeschrittenem Brustkrebs in klinischen Studien geprüft.

Neben frauenspezifischen Erkrankungen wurden die Experten auch zu Krankheiten befragt, die bei Frauen häufiger vorkommen als bei Männern oder die bei ihnen einen schwereren Verlauf nehmen. Nach Prognosen der Spezialisten werden in den nächsten zehn Jahren immer mehr Frauen an Diabetes Typ 2, koronarer Herzkrankheit, Depressionen oder Schlaganfall erkranken. Als Gründe für diese Entwicklung werden im Falle der Depressionen steigende psychische Belastungen und gesellschaftliche Einflüsse genannt. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sind nach Meinung der Experten zunehmende Lebenserwartung und ungesunde Lebensweise die Hauptursachen.

Eine weitere Krankheit, an der Frauen häufiger erkranken als Männer, ist Osteoporose – Knochenschwund. Besonders hoch ist das Risiko nach den Wechseljahren: Jede dritte Frau leidet nach der Menopause an einem Abbau der Knochensubstanz, der insbesondere das Risiko gebrochener Oberschenkelknochen und degenerierter Wirbel erhöht. Seit 2003 gibt es Medikamente, die nicht nur den Knochenabbau stoppen, sondern auch durch Hormonwirkung neue Knochenmasse aufbauen. Die Wirkstoffe gibt es inzwischen als Monatstablette oder Injektion, die nur vierteljährlich erfolgen muss. In der Entwicklung befinden sich Präparate, die nur noch halbjährlich oder jährlich verabreicht werden müssen, so der Verband.

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