Tinnitus
Stimulator vertreibt Ohrgeräusche

Rund fünf Prozent der Bevölkerung leidet an einem Tinnitus. Ursache für das permanente Ohrgeräusch sind Fehlsteuerungen im Gehirn. Nervenzellen feuern dabei übermäßig synchron Signale. Mit einem so genannten Neurostimulator könnten Mediziner den Betroffenenen bald helfen. 2010 soll das Gerät auf den Markt kommen.
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DÜSSELDORF. Menschen, die von lästigen Ohrgeräuschen geplagt werden, kann bald geholfen werden. Ein sogenannter Neurostimulator, der am Forschungszentrum Jülich entwickelt wurde, kann das lästige Klingeln im Ohr abstellen. Die Technik basiert auf einem Verfahren des Mediziners und Physikers Peter Tass. Ihm gelang es mittels eines mathematisch-physikalischen Stimulationsalgorithmus die krankhafte Gleichschaltung der Nervenzellen aus dem Takt zu bringen. "Durch die Stimulation bauen sich die Nervennetzwerke im Hirn wieder um. Deshalb erreichen wir mit unserem Stimulator auch eine dauerhafte Linderung der Krankheit", sagt Tass.

Rund fünf Prozent der Bevölkerung leidet an einem Tinnitus. Bei einem Drittel von ihnen ist das Klingeln im Ohr so stark, dass es die Lebensqualität zum Teil erheblich beeinträchtigt. Ursache für das permanente Ohrgeräusch sind Fehlsteuerungen im Gehirn. Nervenzellen feuern dabei übermäßig synchron Signale.

Eine erste klinische Studie mit dem Prototypen stimmt die Entwickler zuversichtlich. Bei mehr als 70 Prozent der Probanden gingen die Symptome signifikant und dauerhaft zurück. 2010 soll das Gerät, das derzeit noch in weiteren Studie getestet wird, auf den Markt kommen. Es wird von der in Jülich ansässigen Firma ANM Adaptive Neuromodulation zur Marktreife gebracht. Die Neuromodulation kann laut Tass auch für die Behandlung weiterer Erkrankungen genutzt werden. So beispielsweise als Hirnschrittmacher für Parkinson-Patienten.

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