Trend bei Schönheitsoperationen
Deutsche spritzen immer häufiger Botox

Eine Patientenbefragung zeigt: Frauen und Männer, die sich aus rein ästhetischen Gründen behandeln lassen, werden im Schnitt immer älter. Im Trend liegt das Wegspritzen von Falten. Nur zwei Eingriffe sind verbreiteter.
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DüsseldorfIn Deutschland werden Patienten, die sich bei einem Facharzt einer Schönheitsoperation unterziehen, immer älter. Der Altersdurchschnitt lag im ersten Halbjahr 2014 bei 40 Jahren und neun Monaten. 2010 waren die Frauen und Männer, die ihren Körper ästhetisch-plastischen Chirurgen anvertraut haben, im Schnitt noch 38 Jahre und sechs Monate alt.

Das ist das Ergebnis einer Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), die dem Handelsblatt vorliegt. Darin heißt es weiter, dass Männer tendenziell etwas älter seien, wenn sie eine Schönheitsoperation an sich vornehmen lassen. Allerdings sind männliche Patienten insgesamt noch deutlich in der Unterzahl: Fünf von sechs Eingriffe nehmen die Ärzte an Frauen vor.

Für die Erhebung hat die Gesellschaft von Januar bis Juli 2014 deutschlandweit Patienten von 41 niedergelassenen ästhetisch-plastischen Chirurgen befragt – 1300 Fragebögen wurden ausgewertet. Es ist die siebte Befragung dieser Art überhaupt.

Laut DGÄPC-Präsident Sven von Saldern setzt sich 2014 ein Vorjahrestrend fort: Brustvergrößerungen – obwohl noch immer die am häufigsten durchgeführten Schönheitsoperationen – verlieren im Verhältnis zu anderen Behandlungen an Popularität. „Klassiker wie Brustvergrößerung oder Fettabsaugung rücken aus dem Fokus“, sagt von Saldern zu den Untersuchungsergebnissen. Stattdessen schafften es Botox-Behandlungen zur Beseitigung von Falten erstmals unter die beliebtesten drei Behandlungen. Auf Platz zwei kommt die Lidstraffung.

Auch die Zahl der Patienten, die sich aus rein ästhetischen Gründen unters Messer legen, soll in den vergangenen Jahren gestiegen sein – allerdings lässt sie sich kaum erheben. Da der Begriff „Schönheitschirurg“ in Deutschland nicht geschützt ist, kann letztlich jeder zugelassene Arzt Schönheitsoperationen anbieten. Die DGÄPC spricht daher von einer Grauzone, in der viele Eingriffe durchgeführt würden.

Eine internationale Vergleichsstudie, die immerhin eine Einordnung ermöglicht, gibt es von der ISAPS, der International Society Of Asthetik Plastic Surgery. Danach wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 343.000 chirurgische Eingriffe wie beispielsweise Brustvergrößerungen vorgenommen. Die USA kamen auf 1,45 Millionen solcher Operationen, Spitzenreiter Brasilien sogar auf 1,49 Millionen. Bei den non-invasiven Maßnahmen wie dem Spritzen von Botox verzeichnet die ISAPS für Deutschland 311.000, für Brasilien 649.000 und die USA 2,54 Millionen Behandlungen.

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