Tropenkrankheit
Stinkesocken-Gerät hilft im Kampf gegen Malaria

Schmutzige Socken könnten Forschern zufolge einen Schlüssel zum Kampf gegen Malaria sein. Ein nach stinkenden Socken riechendes Gerät könnte bald Malariamücken anziehen und vernichten.
  • 0

Addis Abeba/DaressalamDas neuartige Instrument solle künftig neben alt bewährten Methoden wie Moskitonetzen und Anti-Mückensprays zusätzlichen Schutz vor der Tropenkrankheit bieten, teilte die Nichtregierungsorganisation Grand Challenges Canada am Mittwoch mit.

Ein Experiment habe ergeben, dass Mücken, welche die Krankheit übertragen, sich mehr von müffelnden Socken angezogen fühlen als von einem schlafenden Menschen, sagte Fredros Okumu vom Ifakara-Gesundheitsinstitut in Tansania am Mittwoch. Bei der Untersuchung sei verglichen worden, wie viele Mücken in ein Haus mit einem schlafenden Menschen und wie viele von ihnen in ein Haus mit verschiedenen Gegenständen flogen. Wenn die Plagegeister sich auf stark nach Schweiß riechenden Socken niederließen, könnten sie dort mit Insektenspray getötet werden.

Laut Okumu können Mücken nicht unterscheiden, ob menschlicher Geruch von einem Menschen oder einem Gegenstand ausgeht. Das sei die Chance, die Mücken in die Falle zu locken und damit lebensgefährliche Malaria-Infektionen zu verhindern. Die Bill und Melinda Gates Stiftung und die kanadische Organisation Grand Challenges stellten Okumu 775.000 Dollar (550.000 Euro) zur Verfügung, damit er auf Grundlagen seiner Forschung konstruierte Mückenfallen in tansanischen Dörfern aufstellt und deren Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit untersucht. "Die Malaria hat so viele Menschenleben gefordert, und ich hoffe, dass dieses neue Gerät Teil der Lösung sein wird", so Okumu.

"Wir waren von dieser Idee angetan, weil es eine kühne Idee ist, es ist kreativ und innovativ", sagte der Chef von Grand Challenges Canada, Peter A. Singer. Jedes Jahr gebe es fast 250 Millionen neue Fälle von Malaria. "Wer hätte gedacht, dass lebensrettende Technologien sich in deinem Wäschekorb verstecken könnten?"

Bereits seit längerer Zeit ist bekannt, dass weibliche Malariamücken für ihre Blutmahlzeit mit Vorliebe in die Füße stechen. Okumus Erfindung wird vor dem Haus aufgestellt und verströmt den üblen Odeur von Stinkesocken. Der Geruch wurde im Ifakara Institute synthetisch hergestellt und wird als Köder für die stechenden Insekten eingesetzt. Wenn sie einmal in das Gerät geflogen sind, sind die Mücken dort gefangen und sterben nach einiger Zeit.

Zusammen mit der Bill & Melinda Gates Foundation möchte die kanadische Stiftung die weitere Weiterentwicklung dieser innovativen Mückenabwehr finanziell fördern. Mit dem Geld soll Okumu das Gerät in den nächsten zwei Jahren weiterentwickeln und mögliche Vermarktungskanäle finden. Wichtig sei, dass der Fußgeruch-Köder künftig in Malariagebieten zu einem günstigen Preis angeboten werde.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen 2009 etwa 781.000 Menschen durch Malaria ums Leben. Etwa 90 Prozent der Todesfälle ereigneten sich in Afrika, 92 Prozent der Opfer waren Kinder unter fünf Jahren. Auch die Erreger anderer Krankheiten wie Dengue-Fieber und Gelbfieber werden durch Mücken übertragen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%