Tropenkrankheiten: Fiebertest für deutsche Mücken

Tropenkrankheiten
Fiebertest für deutsche Mücken

Die USA erlebten 2012 einen Ausbruch des West-Nil-Fiebers, auch in Südeuropa gab es etliche Fälle. Könnten auch deutsche Mücken das eigentlich tropische Virus übertragen? Forscher suchen jetzt nach einer Antwort.
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HamburgDer Winter hat Deutschland im Griff und Mücken schwirren kaum durch die Luft. Doch einige Forscher warten nur darauf, die Insekten sammeln und untersuchen zu können: Wissenschaftler vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) wollen herausfinden, ob deutsche Mücken das West-Nil-Fieber übertragen.

Das Thema drängt: Denn im vergangenen Jahr gab es eine Infektionswelle in den USA. Auch in südeuropäischen Ländern wie Griechenland erkrankten und starben mehrere Menschen. „Die Frage ist, ob sich die Viren in den Mücken vermehren und so überleben können“, sagt die Biologin Stefanie Müller.

Die BNI-Forscher haben schon zahlreiche Mücken aus Deutschland unter die Lupe genommen und sie im Labor mit West-Nil-Viren infiziert. Vermehren sich die Viren in den Mücken, könnten die Insekten sie möglicherweise auf Menschen oder Vögel übertragen.

Das Tückische an der Infektion ist, dass sie bei vielen Menschen unbemerkt verläuft. Sie kann zu grippeähnlichen Beschwerden und in bestimmten Fällen zu lebensgefährlichen Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute führen.

Für die Versuche bekommen die Mücken ein Gemisch aus Fruktose, Blut und Viren als Nahrung auf Watte geträufelt. „Nach einigen Tagen wird ein Teil der Mücken sozusagen zermatscht, es bleibt Flüssigkeit übrig, in der sich dann die Viren befinden müssten“, erklärt Müller. „Nach 21 Tagen untersuchen wir weitere Mücken und schauen, ob sich die Viren vermehrt haben.“

Für exakte Ergebnisse müssten aber noch viele Tierchen untersucht werden. Im Gebäude des BNI gibt es für die Experimente ein Hochsicherheits-Insektarium. 

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Mückenkarte soll Risiko berechenbar machen

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