Tumorforscher rechnen mit Fortschritten bei Darm- und Brustkrebs
Die Krebstherapie wird immer zielgenauer

hsn DÜSSELDORF. Bei der Behandlung von Krebs zeichnet sich ein Wandel ab. Die Bedeutung der Chemotherapie wird in der Krebsbehandlung nach Meinung von Krebsforschern künftig eher abnehmen. An die Stelle von unspezifisch wirkenden Zellgiften treten immer öfter zielgenaue Therapien – so genannte Targeted Therapies. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage unter 50 führenden Forschern aus Industrie und Wissenschaft, die das Marktforschungsinstitut Psychonomics im Auftrag des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) durchgeführt hat.

„Wir gehen von einem Paradigmenwechsel in der Krebstherapie aus, denn die Behandlung von Krebs wird in Zukunft immer besser auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten sein“, sagte Torsten Strohmeyer, Arzneimittelforscher bei Glaxo- Smithkline, bei der Präsentation der Umfrage in Berlin. Mit Hilfe neuer Behandlungsmethoden sei es möglich, künftig gezielt nur noch die vom Krebs betroffenen Zellen zu bekämpfen und die gesunden zu schonen. Möglich wird dies zum einen durch Medikamente mit neuartigen Wirkmechanismen, zum anderen dadurch, dass verschiedene Behandlungsansätze miteinander kombiniert werden.

Die größten Fortschritte erwarten die Forscher bei Darm- und Brustkrebs. Auch bei einzelnen Blutkrebsarten und Krebserkrankungen des Lymphsystems haben sich die Therapieaussichten in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 400.000 Menschen neu an Krebs. Neun von zehn befragten Forschern gehen davon aus, dass diese Zahl in den nächsten zehn Jahren weiter steigt. Als wichtigste Ursache gelten die Alterung der Gesellschaft (demographischer Wandel), aber auch ungesunde Lebensweise und negative Umwelteinflüsse.

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