Unfall im Sicherheitslabor
Forscherin mit Ebola-Verdacht in Klinik

In einem Hochsicherheitslabor in Hamburg hat sich eine Wissenschaftlerin möglicherweise mit dem tödlichen Ebola-Virus infiziert. Die Frau befindet sich seit Tagen auf der Isolierstation einer Hamburger Klinik. Zur Bekämpfung der als unheilbar geltenden Krankheit setzen Mediziner auf ein Verfahren, das bislang noch nicht an Menschen getestet wurde.
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HB HAMBURG. Eine Forscherin des Hamburger Instituts für Tropenmedizin hat sich möglicherweise mit dem lebensbedrohlichen Ebola-Virus infiziert. Die Wissenschaftlerin verletzte sich am vergangenen Donnerstag bei Arbeiten mit dem Virus, wie die Klinik am Dienstag mitteilte. Derzeit befindet sie sich auf der Isolierstation der Hamburger Uni-Klinik. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr.

Es wäre das erste Mal, dass sich ein Mensch in Deutschland mit Ebola angesteckt hat. Bei dem Unfall im Hochsicherheitslabor des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) habe sich die Frau durch die Schutzkleidung hindurch minimal mit einer Nadel verletzt. Sie sei derzeit völlig beschwerdefrei, sagte der stellvertretende Leiter der Tropenmedizin, Stefan Schmiedel. „Aber wir sind nicht ganz sicher, dass sie nicht eine Ebola-Erkrankung entwickelt.“ Bisher deute allerdings kein einziges Untersuchungsergebnis darauf hin.

Die Wissenschaftlerin ist seit Freitag in Quarantäne. Wie lange sie auf der Isolierstation bleiben muss, ist noch unklar. Die Inkubationszeit – die Zeit zwischen der Infektion mit einem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome – liegt laut Schmiedel zwischen drei und 21 Tagen, im Mittel bei zwölf Tagen. In Anbetracht der hohen Sterblichkeit des Ebola-Fiebers, die bei dem vorliegenden Virus-Typ bei 90 Prozent liegt, wurde der Patientin in Absprache mit ihr ein völlig neuer Impfstoff verabreicht. Dieser Stoff, in den gentechnisch Teile des Ebola-Virus eingebaut wurden, ist bisher noch nicht an einem Menschen getestet worden.

Die Wissenschaftlerin habe die neuartige Impfung zunächst gut vertragen, berichtete Schmiedel. Nach wenigen Stunden sei es aber zu einer Impfreaktion gekommen – mit Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Weil bei Ebola ähnliche Beschwerden auftreten, rieten die Ärzte der Patientin zur Behandlung unter Quarantäne in einem Sicherheitszelt. Sie wird von einem Arzt und drei Pflegekräften betreut. Die Impfreaktion sei aber nach wenigen Stunden wieder abgeklungen.

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