Unfall in Fukushima
Krebs durch Atomkatastrophe erstmals bestätigt

Nach dem Atom-Unfall von Fukushima und seinem Einsatz an beschädigten Reaktoren erkrankte ein Mann an Leukämie. Nun wurde ihm Schadenersatz bewilligt. Fast 45.000 Arbeiter haben seit dem Unglück an der Anlage gearbeitet.

TokioZum ersten Mal ist in Japan eine Krebserkrankung bestätigt worden, die durch die Strahlenbelastung nach der Atomkatastrophe von Fukushima vor viereinhalb Jahren ausgelöst wurde. Die Regierung habe dem Mann, der nach dem Unfall auf der Anlage gearbeitet habe, Schadenersatz für die durch Strahlung ausgelöste Leukämie bewilligt, teilte das Gesundheits- und Arbeitsministerium am Dienstag mit.

Der zwischen 40 und 50 Jahre alte Mann habe dabei geholfen, Abdeckungen an beschädigten Reaktoren der Anlage von Oktober 2012 bis Dezember 2013 zu installieren, teilte das Ministerium mit. Er habe aber nicht direkt nach dem Erdbeben und dem Tsunami dort gearbeitet, als die Strahlenbelastung am höchsten gewesen sei.

Zwar habe der Mann vor dem Einsatz in Fukushima in verschiedenen anderen Atomkraftwerken gearbeitet. Medizinexperten hätten nicht feststellen können, ob die Belastung in Fukushima nun direkt die Krankheit ausgelöst habe. Allerdings sei seine gesamte Belastung von 19,8 Millisievert hauptsächlich auf den Einsatz in Fukushima zurückzuführen, hieß es.

13 weiteren Arbeitern in der japanischen Atomindustrie wurden seit den 1970er Jahren von der Regierung Entschädigungen wegen Krebs und anderen Krankheiten zugestanden, die sie in Zusammenhang mit ihrer Strahlenbelastung während ihrer Arbeit erlitten hatten. Seit dem Fukushima-Unglück wurden zehn Entschädigungsfälle eingereicht. Sieben wurden zurückgewiesen, drei werden noch untersucht. Seit dem Unglück hatten fast 45.000 Arbeiter auf der Anlage gearbeitet.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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