Urinprobe weist Funktionsstörungen nach
Ärzte fordern bessere Vorsorge gegen Nierenerkrankungen

Die Früherkennung und Behandlung von Nierenproblemen könnte die Lebensqualität von Patienten verbessern. Mit Medikamenten kann die Blutwäsche hinausgezögert werden.

dpa Wiesbaden. „Da gibt es Wissenslücken“, sagte der Vorsitzende der deutschen Gesellschaft für Innere Medizin Prof. Manfred Weber. Mit rechtzeitiger Medikamentenbehandlung und Änderung der Lebensgewohnheiten ließe sich der Verlust der Nierenfunktion oft bremsen oder ganz stoppen. Rund 60 000 Menschen in Deutschland erhalten eine Dialyse. Die Kosten lägen bei rund 2 bis 3 Milliarden Euro im Jahr. Dialysepatienten gehörten damit zu den teuersten chronisch kranken Patienten in Deutschland, sagte Prof. Jürgen Floege (Aachen).

Entsprechend hoch sei das Einsparpotenzial bei besserer Früherkennung. Deshalb sei es völlig unverständlich, dass der Urinteststreifen auf Eiweißausscheidung (Albumin), mit dem sich Nierenfunktionsstörungen simpel und frühzeitig nachweisen lassen, bei Altersdiabetikern nur in bestimmten Fällen von der Kasse erstattet werde.

Bei 15 Prozent der Dialysepatienten hätte sich das Nierenversagen nicht entwickeln müssen und bei weiteren 30 bis 40 Prozent hätte man die Blutwäsche um Jahre oder Jahrzehnte hinauszögern können, sagte Weber. Er warb deshalb für mehr Früherkennungsprojekte auf Nierenprobleme. Bei einem solchen Projekt seien 1998 etwa 1004 Mitarbeiter von ThyssenKrupp Stahl untersucht worden. 154 hätten überhöhte Eiweißmengen im Urin gehabt, berichtete Prof. Wilhelm Kreußer (Duisburg). Überhöhte Eiweißwerte im Urin zeigten Gefäßschäden an und böten so ein gutes Warnsignal auch für Herzinfarkt oder Schlaganfall, betonte Weber.

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