US-Studie
Immer mehr Junge erleiden Schlaganfall

Immer mehr jüngere Menschen erleiden Schlaganfall. Als Hauptursache sehen amerikanische Wissenschaftler Übergewicht an.
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Los AngelesImmer mehr Amerikaner in jungen und mittleren Jahren erleiden einen Schlaganfall. Dies hat eine Auswertung von Krankenhausstatistiken ergeben, über die Forscher kürzlich auf dem Kongress der American Heart Association in Los Angeles berichteten.

Sie vermuten, dass die steigende Anzahl übergewichtiger Menschen Ursache für diese Entwicklung ist. In Deutschland ist ein ähnlicher Trend zu beobachten.

„Es ist wirklich alarmierend“, erklärte Ralph Sacco, Neurologe der Universität von Miami und Präsident der American Heart Association. „Wir befürchten schon seit einiger Zeit, dass Herzkrankheiten und Schlaganfälle die Folge davon sein könnten, dass immer mehr Kinder und Jugendliche zu dick sind.“ Und genau diese Befürchtungen schienen nun einzutreffen.

Für die Studie wurden Krankenhauseinweisungen wegen eines Schlaganfalls in den Jahren 1994/95 mit denen des Jahres 2006/7 verglichen. Dabei unterschieden die Forscher auch nach Alter und nach Geschlecht. Der Untersuchung zugrunde liegen die Daten aus Krankenhäusern in 41 US-Staaten, in denen jährlich rund acht Millionen Schlaganfallpatienten behandelt werden.

Dabei ergab sich, dass die Zahl der Männer, die im Alter von 15 bis 34 Jahren einen Schlaganfall bekamen, um 51 Prozent gestiegen ist. Die der Frauen in der Altersgruppe erhöhte sich ebenfalls, allerdings nur um 17 Prozent. Bei den Männern zwischen 35 und 44 Jahren gab es einen Anstieg von 47 Prozent (Frauen: 36 Prozent).

Noch immer sind es aber vor allem Ältere über 65 Jahre, die einen Schlaganfall erleiden. So entfielen in dieser Altersgruppe auf 10.000 Klinikeinweisungen fast 300 Schlaganfälle. Allerdings ist die Zahl ist zwischen 1994/95 und 2006/7 zurückgegangen, während sie bei den Jüngeren gestiegen ist. Ärzte vermuten, dass bessere Prävention und die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck bei älteren Menschen Ursache für den Rückgang ist.

Dass künftig mehr junge und mittelalte Menschen von einem Hirnschlag betroffen sein werden, konnte man bereits aus mehreren kleinen Studien schließen. „Uns hat interessiert, ob wir den Trend in einer großen, landesweiten Untersuchung bestätigen können“, sagt Mary George, Schlaganfall-Forscherin des US-Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention. Die Steigerung der Schlaganfallzahlen bei Kindern sei nur gering ausgefallen, betont sie. Anders sei dies in der Gruppe junger Erwachsener gewesen, und „wir denken, dass weitere Untersuchungen notwendig sind“.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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