Verschiedene Typen der Grippe
"Super-Virus" noch nicht nachgewiesen

Die Vogelgrippe breitet sich immer mehr aus und nähert sich dabei auch Deutschland. Menschen sind nach Ansicht des Veterinärmediziners Hafez Mohamed dadurch jedoch bislang nur wenig gefährdet. Generell gibt es unterschiedliche Typen von Grippeviren.

HB BERLIN. „Im Moment sehen wir keine große Gefahr, weil nicht bewiesen ist, dass es eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt“, sagte der Professor der Freien Universität Berlin am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. In Asien seien zwar rund 60 Menschen gestorben, die sich bei Geflügel infiziert haben. Das sei angesichts der dortigen Bevölkerungszahl allerdings vergleichsweise wenig.

Das Vogelgrippevirus H5N1 ist nach Angaben des Wissenschaftlers aggressiver als bisherige Vogelgrippeerreger zum Beispiel in den Niederlanden oder in Italien. Das sei auch in Tests mit Mäusen festgestellt worden, sagte Hafez.

Ein Super-Virus, bei dem sich der Erreger der Vogelgrippe mit dem der menschlichen Grippe mischt, sei aber noch nicht nachgewiesen worden, sagte Hafez. „Wenn ein Supervirus da sein sollte, kann man anfangen, einen Impfstoff zu produzieren.“ Erst dann sei klar, um welchen Erreger es sich genau handle. Das Virus ist bislang nur von infiziertem Geflügel auf Menschen übertragbar. Derzeit wird geprüft, ob es sich von Asien sich auf Rumänien und die Türkei ausgeweitet hat.

Der Experte forderte ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen mit Blick auf das im Notfall geplante Verbot der Geflügel- Freilandhaltung. „Es ist chaotisch zurzeit, weil die Bundesländer das unterschiedlich machen.“ In Teilen von Niedersachsen, Nordrhein- Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern gilt seit September ein Verbot. Der Mediziner hält erst im Frühjahr die Gefahr einer Übertragung durch Zugvögel für möglich. „Die Zugvögel von der Türkei fliegen nach Afrika, im Frühjahr kommen sie nach Westeuropa.“

Virentypen der Grippe bei Menschen und Vögeln

Es gibt drei Typen von Grippeviren: A, B und C. Die weltweit vorkommende Vogelgrippe wird von Viren des Typs A verursacht, die gewöhnlich beim Menschen auftretende Grippe von Influenzaviren der Typen A und B.

Grippeviren vom Typ A enthalten auf ihrer Oberfläche Stoffe, die mit der Abkürzung H (Hämagglutinin) und N (Neuraminidase) bezeichnet werden. Es gibt 16 H-Subtypen und neun N-Subtypen. Je nach der Kombination dieser Stoffe in der Hülle des Virus entstehen Namen wie H5N1.

Alle 16 H-Subtypen können laut Auswärtigem Amt Vögel befallen, rufen jedoch unterschiedlich schwere Erkrankungen hervor. Die Influenzaviren A von den Subtypen H5 und H7 wurden durch die schweren, auch „Geflügelpest“ genannten Ausbrüche in verschiedenen Ländern weltweit bekannt. Seit 2003 breitet sich das Influenzavirus H5N1 unter Vögeln von Asien in Richtung Westen aus.

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