Viren-Furcht in Brasilien: Offenbar mehr Abtreibungen wegen Zika-Virus

Viren-Furcht in Brasilien
Offenbar mehr Abtreibungen wegen Zika-Virus

Die Ausbreitung des Zika-Virus in Brasilien sorgt offenbar für mehr Schwangerschaftsabbrüche. Über einen entsprechenden Anstieg der Abtreibungszahlen berichtet eine brasilianische Zeitung.

Rio de JaneiroWegen der Ausbreitung des Zika-Virus gibt es in Brasilien einem Zeitungsbericht zufolge deutlich mehr Abtreibungen. Die Zeitung „Folha de São Paulo“ zitiert mehrere Ärzte, dass bei ihnen Frauen, die sich mit Zika infiziert haben, um eine anonyme Abtreibung gebeten hätten.

Die Schwangeren seien in der Regel verheiratet, hätten ein hohes Bildungsniveau, gute finanzielle Bedingungen und wollten ein Kind. Doch nun seien sie verzweifelt wegen der Möglichkeit, dass das Baby mit Fehlbildungen geboren wird, hieß es unter Berufung auf die Ärzte.

Das von der Moskitoart Aedes aegypti übertragene Zika-Virus steht im Verdacht, durch eine Infektion von Schwangeren bei deren Embryonen Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) auszulösen, die zu geistiger Behinderung führen können. Eine private Abtreibung kostet in Brasilien bis zu 15.000 Real (3460 Euro) – einige Frauen würden erst gar nicht die Prognose abwarten, ob das Baby wirklich mit Mikrozephalie auf die Welt kommen würde, heißt es in dem Bericht.

In Brasilien gibt es bisher gut 4000 Verdachtsfälle für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen. Allerdings konnte erst in sechs Fällen von Mikrozephalie definitiv nachgewiesen werden, dass sich die Frauen zuvor mit Zika infiziert hatten.

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