Volkskrankheit
Neue Methode verspricht Linderung bei Migräne

Ein US-Medizintechnik-Unternehmen möchte Migräne durch Nervenstimulationen bekämpfen. Die Studienergebnisse sind vielversprechend. Das System könnte noch 2011 auf den Markt kommen.
  • 0

DüsseldorfAuf dem diesjährigen Jahreskongress der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (IHS), der vom 23. bis 26. Juni 2011 in Berlin stattfindet, hat das US-Medizintechnik-Unternehmen St. Jude Medical Studienergebnisse über eine neue Form der Migränebehandlung vorgestellt. Die Schmerzen sollen über eine periphere Nervenstimulation (PNS) der Hinterhauptnerven (Nervus occipitalis) werden. Das System gibt über ein implantiertes Gerät elektrische Impulse an Elektroden, die am Hinterkopf unter die Haut eingesetzt sind.

In der Studie wurden 157 Teilnehmer, die durchschnittlich 26 Tage pro Monat Kopfschmerzen hatten, über ein Jahr beobachtet. St. Jude Medical zufolge sei die Zahl der Kopfschmerz-Tage durch das neue System um 28 Prozent zurückgegangen. 67% der Behandelten empfanden eine verbesserte Lebensqualität.

St. Jude Medical geht davon aus, dass eine eingeschränkte Markteinführung in Europa noch in diesem Jahr möglich sein könnte. Wann das System in den USA zugelassen wird, ist noch nicht klar.

Migräne ist weit verbreitet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit 10 Prozent aller Erwachsenen unter der neurologischen Erkrankung. Die WHO schätzt außerdem, dass 1,7 bis 4 Prozent aller Erwachsenen an mehr als 15 Tagen pro Monat unter Kopfschmerzen leiden.

Annika Reinert
Carina Grewe
Handelsblatt Online
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%