Volksleiden Tinnitus
Therapie von Ohrgeräuschen bleibt schwierig

Tinnitus gilt nicht als Krankheit, kann aber krank machen. Für Betroffene sind die Ohrgeräusche eine Qual. Zwar gibt es zahlreiche Behandlungsmethoden - aber keine hat sich bislang in Studien breit bewährt.

BERLIN. Der Volksmund nennt es possierlich Ohrensausen, für Betroffene sind die dauernden Ohrgeräusche eines Tinnitus eine Pein, die das Leben bestimmen kann. Tinnitus gilt nicht als Krankheit, kann aber krank machen, wenn er als alles beherrschende Bedrohung wahrgenommen wird. Dann ist jedes Mittel recht, das Linderung verspricht. Therapieangebote gibt es viele, aber keine Behandlung hat sich wirklich bewährt.

Die Therapie der als nicht heilbar geltenden Ohrgeräusche ist außerordentlich schwierig. Das weiß auch Lutz Wilden, der die so genannte Low-Level-Laser-Therapie entwickelt hat. Der Allgemeinarzt aus Bad Füssing setzt auf die hoch dosierte Bestrahlung des Innenohrs mit kaltem Laserlicht. Das Laserlicht mit Wellenlängen zwischen 630 und 830 nm soll die Produktion von Adenosin-Triphosphat (ATP) anregen. Der körpereigene Stoff sei der Schlüssel für die natürliche, beschleunigte und heilende Regenerierung der Gehörzellen, so Wilden.

"Die Sinneszellen im Innenohr nutzen das Laserlicht wie Sonnenkollektoren, um verstärkt ATP zu produzieren", erläutert der Arzt. Mit einer eigenen Studie mit über 5 000 Patienten will Wilden nachgewiesen haben, dass mit dem Verfahren neben Tinnitus auch Hörüberempfindlichkeit, Druck im Ohr, Schwindel, Morbus Menière und sogar bei Hörverlust eine "oft verblüffende Besserung" erreicht werden könne.

"Nach der insgesamt fünfstündigen Behandlung wird selbst bei chronischen und austherapierten Tinnitus-Patienten eine durchschnittliche Hörverbesserung um 20 Prozent erzielt", berichtet der Arzt, der den Laser inzwischen für den Hausgebrauch auf den Markt gebracht. Kostenpunkt: 3 037 Euro. Für die Lasertherapie in seiner Praxis berechnet Wilden 200 Euro pro Stunde.

Bei der Deutschen Tinnitus-Liga (DTL) ist man allerdings eher skeptisch. Es gebe keine nachvollziehbaren, objektiven Daten. In einer Stellungnahme der DTL heißt es: Die Studiendaten seien nicht geeignet, einer Prüfung nach wissenschaftlichen Kriterien standzuhalten. Geschilderte Einzelfälle reichten nicht aus, um Kriterien zu erfüllen, die von der Wissenschaft und von den Kostenträgern für eine nachgewiesene Wirksamkeit gefordert werden. Lutz Wilden widerspricht dem, und verweist auf seine durch Vorher-Nachher-Audiometrie erhobenen Messergebnisse.

Seite 1:

Therapie von Ohrgeräuschen bleibt schwierig

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%