Wann wird Training gefährlich?
Wenn Sport zum Mord wird

Wer auf sein tägliches Trainingspensum auch im Krankheitsfall nicht verzichten will, bringt sich unter Umständen in Lebensgefahr. Denn was im Normalfall die Gesundheit fördert, kann im Fall einer Infektion zum tödlichen Risiko werden.
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ap BERLIN. Der Mittelstreckenläufer René Herms wurde 26 Jahre alt. Er starb zu Hause, wenige Stunden nach seinem letzten Trainingslauf, und wahrscheinlich traf ihn der Tod völlig unvorbereitet. Herms starb an den Folgen einer Herzmuskelentzündung: Womöglich hatte er nach einer Herpes-Infektion ein paar Wochen zuvor zu früh wieder mit dem Training angefangen.

Training bedeutet dabei für Profiläufer sicherlich etwas anderes als für gemeine Freizeitjogger, und doch stellt sich auch für Breitensportler die Frage: Wann unterstützt Sport den Heilungsprozess – und wann behindert er ihn oder ist lebensgefährlich?

„Wenn nur die Nase läuft, kann man durchaus leicht Sport treiben“, sagt der Sportmediziner Robert Margerie. „Das kann für die Gesundheit sogar förderlich sein, weil das Immunsystem stimuliert wird.“ Auf hohe Intensitäten sollten Menschen, die sich leicht angeschlagen fühlen, allerdings verzichten: Also eher lockeres Joggen statt Intervalltraining, gemütliches Radfahren statt hoher Pulswerte auf dem Spinning-Rad im Fitnessstudio.

Margerie arbeitet seit fünf Jahren am Zentrum für Sportmedizin in Berlin. Breitensportler können sich an dem privaten Institut untersuchen und ihre Leistungsfähigkeit diagnostizieren lassen. Vor allem aber ist das Zentrum vom Deutschen Olympischen Sportbund lizenziert für die Untersuchungen des Nachwuchses und der Kaderathleten.

Ihnen rät der Mediziner, wenigstens drei Tage mit dem harten Training zu pausieren und die Erkältung zu beobachten: „Man tut sich keinen Gefallen, sondern verzögert oder verschlimmert den Infekt nur, und damit ist keinem geholfen.“

Kritisch wird es, wenn zur verschnupften Nase Husten, Kopfschmerzen und erhöhte Temperatur oder Fieber kommen. „Bei Fieber und Husten gilt: Ein klares Nein zu Sport“, sagt Margerie. Wer sich quäle und unbedingt sein Trainingspensum einhalten wolle, verschlimmere die Erkrankung und begebe sich in Lebensgefahr.

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