Wearables auf der Medica
Vom Schnarch-Stopper zum Asthma-Alarm

Längst sind Wearables mehr als nur reiner Schrittzähler oder Pulsmesser. Die mobilen Überwachungslösungen für die Gesundheit werden immer leistungsfähiger. Doch sie werfen auch Fragen über die Datennutzung auf.
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DüsseldorfKaum wird die Haltung am Schreibtisch etwas krumm, vibriert es im Bereich der Lendenwirbel. Ein kleiner am Rücken getragener Sensor hat Alarm geschlagen. „Upright“ ist der passende Name für das Wearable, mit dem die Macher dafür sorgen wollen, dass Kreuz und Wirbelsäule schmerzfrei bleiben.

Upright ist nur einer unter den vielen mobilen Gesundheitsüberwachern, sogenannten Wearables, die auf der diesjährigen Medizintechnikmesse Medica in Düsseldorf vorstellt werden. Die Zahl der Neuerungen für die mobile Messung von Blutdruck, Herzfrequenz und anderen Vitaldaten ist fast unüberschaubar. Der Trend aber geht klar in Richtung mehr Komfort und Leistungsfähigkeit: Das Fitnessarmband gibt es zwar noch, aber längst sind die Messsensoren in kleinen Clips und unter Pflastern verschwunden. Zudem gibt es für immer mehr chronisch erkrankte Menschen eigene mobile Überwachungslösungen.

Für die weltweit mehr als 300 Millionen Asthmatiker etwa hat die Firma Health Care Originals das Überwachungssystem „Adamm“ entwickelt. Das Pflaster mit integriertem Sensor wird einfach auf die Haut am Oberkörper geklebt und überwacht Husten und Atmung, misst Temperatur und Herzfrequenz und analysiert pfeifende Atemgeräusche.

Verbunden mit einer Smartphone-App schlägt schlägt das Mobiltelefon Alarm, wenn eine Asthma-Attacke droht. Der Träger kann also rechtzeitig zum Inhalator greifen und einen Anfall vermeiden. Eine spezielle Software dokumentiert den Krankheitsverlauf und liefert wertvolle Informationen für das nächste Gespräch beim Arzt.

Die US-Firma Empatica wiederum bietet eine Überwachungslösung für Epileptiker, die ebenso Anfälle vorhersagen soll. Die Patienten tragen dazu eine Uhr oder ein Spezialarmband, das physiologischen Stress und Erregung sowie die Schlafqualität und physische Aktivität misst.

Menstruationsbeschwerden einfach abschalten zu können, das verspricht das israelische Startup Livia mit seinem gleichnamigen Produkt. Sensoren aufgeklebt am Bauch und verbunden mit einem Clip am Hosenbund, das ist das System, das auf die Wellenfrequenz von Menstruationsbeschwerden einwirkt und verhindert, dass die Nerven das Schmerzsignal ans Gehirn weiterleiten.

Der Schnarch-Stopper von Breuer ist wie ein Hörgerät zu tragen und sendet einen Ton- und Vibrationsalarm, sobald der Träger schnarcht. Ob der Schnarch-Stopper tatsächlich Erfolg hat, können die Nutzer am folgenden Morgen sehen. Eine App liefert eine Schnarchanalyse mit grafischen Darstellungen.

Praktische Gesichtspunkte beim Thema Gesundheitsüberwachung hat die Firma Cosinuss im Blick. Das Produkt „Cosinuss One“ soll lästigen Brustgurten, die bisher bei Patienten die Herzfrequenz messen, ein Ende setzen. Das Münchener Unternehmen hat einen im Ohr tragbaren Sensor entwickelt, der Herzfrequenz, Herzratenvariabilität und Körpertemperatur misst. Gedacht ist das Wearable eigentlich für Profi- und Freizeitsportler, doch auch in der Medizin und dem Arbeitsschutz können die Geräte eingesetzt werden.

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Kontroverse Datennutzung

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