Weitere Tests notwendig

Obama dämpft Hoffnungen auf Ebola-Mittel

Zwei US-Patienten sollen nach der Behandlung mit dem noch unerprobten Medikament ZMapp Anzeichen der Besserung zeigen. US-Präsident Obama dämpft aber „voreilige“ Hoffnungen. Liberia ruft unterdessen den Notstand aus.
Update: 07.08.2014 - 03:37 Uhr Kommentieren
Helfer klären in Westafrika über Ebola-Symptome auf: Beim jüngsten Ausbruch der Seuche sind nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 930 Menschen gestorben. Quelle: ap

Helfer klären in Westafrika über Ebola-Symptome auf: Beim jüngsten Ausbruch der Seuche sind nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 930 Menschen gestorben.

(Foto: ap)

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat Hoffnungen in Westafrika auf ein experimentelles Serum gegen die Ebola-Epidemie gedämpft: Der Einsatz des Serums ZMapp in Afrika wäre "voreilig", es gebe noch keine ausreichenden Informationen über seine Wirkung, sagte Obama am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington. Angesichts der mittlerweile mehr als 900 Ebola-Toten in Afrika hatte Nigerias Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Mittwoch erklärt, er sei in Kontakt mit den US-Behörden, um über eine mögliche Lieferung des Serums zu beraten.

"Wir müssen uns von der Wissenschaft leiten lassen", sagte Obama mit Blick auf das erhoffte Mittel, das bislang nur bei Tieren getestet wurde. Zwei US-Bürger, die sich in Liberia mit Ebola angesteckt hatten, waren in den USA mit ZMapp behandelt worden, ihr Gesundheitszustand hatte sich verbessert. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob für ihren Genesungsprozess wirklich das Serum verantwortlich ist.

Fliegen in Zeiten von Ebola
Frachtflugzeug startet nach Ende der Flughafen-Blockade in Bangkok
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Warum sind die Fluggesellschaften besorgt?

Bei Krankheiten wie Ebola könnte ein einziger infizierter Passager theoretisch auf einem Flug Hunderte Mitreisende infizieren, die dann womöglich wieder Anschlussflüge in Dutzende weiterer Städte und Länder nehmen. Gesundheitspersonal und Airlines weisen jedoch darauf hin, dass sich Ebola nur durch direkten Kontakt verbreitet. Problematischer wären für die Fluggesellschaften also Krankheiten wie die Grippe oder Sars, die sich auch durch die Luft verbreiten können.

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Sind Reisen nach Westafrika noch sicher?

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat am Dienstag US-Bürgern angeraten, alle nicht unbedingt erforderlichen Flüge nach Guinea, Liberia und Sierra Leone zu vermeiden. Das Auswärtige Amt hat eine ähnliche Empfehlung ausgesprochen.

Flughafen München
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Welche Fluggesellschaften fliegen Westafrika an?

Europäische Fluggesellschaften wie Air France-KLM und Lufthansa fliegen von ihren Drehkreuzen in Paris, Amsterdam und Frankfurt aus Ziele in Westafrika an. Wobei es zwischen Frankfurt und den drei von Ebola betroffenen westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone keine direkten Flugverbindungen gibt. Inzwischen ist das Virus aber auch in Nigeria nachgewiesen worden. Die Lufthansa fliegt dort täglich zwei Ziele an: Lagos und Abuja. Auch die US-Unternehmen Delta Air Lines und United fliegen in die Region.

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British Airways kündigte am Dienstag an, alle Flüge von und nach Sierra Leone und Liberia bis Ende August einzustellen, und begründete dies mit der „Verschlechterung der allgemeinen gesundheitlichen Lage in den Ländern“. Emirates fliegt Guineas Hauptstadt Conakry nicht mehr an, hat die Flüge in Senegals Hauptstadt Dakar allerdings nicht ausgesetzt.

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Werden Flugpassagiere bei der Ausreise aus Afrika untersucht?

Ja. An vielen Flughäfen betroffenen Gebieten werden Reisende von Vertretern der Gesundheitsbehörden untersucht. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat Experten vor Ort, die die Arbeit der Behörden unterstützen. Auch die Weltgesundheitsorganisation hat Mitarbeiter für entsprechende Untersuchungen in die betroffenen Gebiete geschickt.

Isolierstation ist auch auf Ebola vorbereitet
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Welche Maßnahmen werden an anderen Flughäfen getroffen?

Am Frankfurter Flughafen existiert seit Jahren ein Notfallplan für den Umgang mit gefährlichen Infektionen. Er sieht unter anderem den Einsatz von Wärmebildkameras zum Aufspüren von möglichen Risikopatienten anhand erhöhter Körpertemperatur vor.

Meldet der Pilot während des Fluges einen Fluggast mit möglichen Ebola-Symptomen an den Tower, würde das Flugzeug nach der Landung weit draußen auf dem Vorfeld geparkt. Experten der Flughafen-Klinik gehen an Bord und sorgen für den Abtransport des Kranken in einem Spezialfahrzeug direkt in die Sonderisolierstation der Universitätsklinik. Fluggäste, die während des Fluges mit dem Kranken in Kontakt gekommen sein könnten, werden unter Quarantäne gestellt.

huGO-BildID: 38521679 A South Korean quarantine officer, right, checks a thermal camera monitoring the body temperature of passengers arriving from
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Auch an anderen Airports wie hier in Incheon (Südkorea)werden Reisende aus Ebola-Risikogebieten mit Wärmebildkameras auf erhöhte Körpertemperatur untersucht. An vielen US-Flughäfen ist zudem verstärkt Personal der Gesundheitsbehörde CDC im Einsatz. Es soll gezielt nach Reisenden mit möglichen Ebola-Symptomen Ausschau halten und diese im Bedarfsfall isolieren.

Nach dem Arzt Kent Brantly zeigte auch der zweite Patient „ermutigende Zeichen“, erklärten am Mittwoch die Kinder der 59-Jährigen, die für eine christliche Hilfsorganisation Ebola-Kranke in Liberia betreut hatte.

Der westafrikanische Staat Liberia hat unterdessen am Mittwoch wegen der Ebola-Seuche den Notstand ausgerufen. Die Sicherheit des Landes sei ernsthaft in Gefahr, erklärte Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf. Der Notstand gilt demnach für 90 Tage. Die Regierung könne - wenn die Lage dies erfordere - auch Rechte außer Kraft setzen, erklärte die Politikerin.

Ärzte und Krankenhäuser sind in den betroffenen Staaten mit der Viruserkrankung überfordert. In Liberia wurde eine Klinik geschlossen, weil sich mehrere Mitarbeiter mit dem Erreger infiziert hatten.

Vom US-Militär entwickelte Tests sollen Virus eindämmen
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