Weiterer Organempfänger schwebt in Lebensgefahr
Tollwut-infizierte Organspende fordert zweites Todesopfer

Im Drama um die Tollwut-verseuchten Spenderorgane ist ein zweiter Patient gestorben. Die Ärzte in Hannoversch Münden haben den Kampf um das Leben des 70-Jährigen verloren. Der in Marburg behandelte dritte Tollwutpatient schwebt weiter in Lebensgefahr. Bereits am Samstag war in Hannover die Empfängerin der Lunge gestorben.

dpa HAMBURG. Insgesamt haben sechs Patienten Organe der mit Tollwut infizierten Spenderin erhalten, die sich vermutlich in Indien mit dem tödlichen Virus angesteckt hatte. Der Patient in Hannoversch Münden hatte eine Niere einer mit Tollwut infizierten Organspenderin erhalten. Den beiden Empfängern der Augenhornhäute in Mainz ging es nach Klinikangaben vom Montag unverändert gut. Wie eine Kliniksprecherin mitteilte, sind die inzwischen wieder ausgetauschten Hornhäute untersucht worden und ohne Tollwutbefund. „Das ist ein sehr gutes Zeichen für die Patienten“, sagte sie.

Auch der Heidelberger Transplantationspatient, dem die Leber der Spenderin eingesetzt worden war, zeigte weiter keine Tollwut- Symptome. Nach Angaben seines behandelnden Arztes wird in den nächsten Tagen mit Testergebnissen gerechnet, die über die weitere Therapie entscheiden. „Sollte in den Tests nachgewiesen werden, dass der Patient bereits früher gegen Tollwut geimpft wurde, sind wir aus dem Schneider“, sagte Oberarzt Peter Sauer.

Der 70-Jährige in Hannoversch Münden war nach Klinikangaben noch nach einer neuartigen Methode aus den USA behandelt worden. Alle Anstrengungen seien jedoch vergeblich gewesen, sagte der Ärztliche Leiter der Klinik, Volker Kliem. Mit der Kombination aus antiviralen Medikamenten und einem künstlich hervorgerufenen Koma hatten US-Ärzte im vergangenen Jahr eine 15-jährige Patientin mit Tollwutsymptomen gerettet.

Impfung vor Auftreten der Infektion kann schützen

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