Welt-Aids-Konferenz
Aids-Hilfe fordert HIV-Prophylaxe in Deutschland

Fünf Tage lang haben Aids-Experten im südafrikanischen Durban beraten, wie die Krankheit bis zum Jahr 2030 ausgerottet werden kann. Die Deutsche Aids-Hilfe nutzt das Ende der Welt-Aids-Konferenz für einen Appell.

DurbanZum Abschluss der Welt-Aids-Konferenz hat die Deutsche Aids-Hilfe die Einführung einer medikamentösen Prophylaxe gegen das HI-Virus auch in der Bundesrepublik gefordert. Die Prophylaxe könne dabei helfen, bei Angehörigen von Risikogruppen Neuinfektionen zu verhindern.

„Wir haben die Möglichkeit, Leben zu retten und Infektionen zu verhindern – dafür müssen wir alles tun, was möglich ist“, sagte die Geschäftsführerin der Organisation, Silke Klumb am Freitag. In Deutschland gab es zuletzt jährlich rund 3200 HIV-Infektionen.

Die „PrEP“ genannte Prophylaxe basiert auf dem Viren-hemmenden Medikament „Truvada“ und muss täglich eingenommen werden, um Schutz vor einer Infektion zu bieten. In den USA ist das Medikament seit 2012 mit guten Ergebnissen zugelassen, eine Entscheidung über die Zulassung in der EU wird in den kommenden Monaten erwartet. Die Prophylaxe soll Experten zufolge rund 800 Euro pro Monat kosten.

„Es ist jetzt an der Zeit, mit allen Beteiligten Möglichkeiten auszuloten, wie sie finanziert werden kann“, forderte Klumb. Einige Experten warnen jedoch, dass die Nutzung von „PrEP“ zu Lasten der Nutzung von Kondomen gehen und damit die Verbreitung anderer sexuell übertragbarer Krankheiten begünstigen könnte.

Zur Welt-Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban waren diese Woche Tausende Forscher, Aktivisten und Regierungsvertreter angereist. Eine Rede des südafrikanischen Gesundheitsministers Aaron Motsoaledi sollte die Tagung am Freitagnachmittag offiziell abschließen.

Die Konferenz war in erster Linie ein Forum des Austausches für die mit dem Kampf gegen HIV und Aids befassten Experten. Eines der wichtigsten Themen war die Frage, wie das Ziel der internationalen Gemeinschaft erreicht werden kann, die Immunschwächekrankheit Aids bis 2030 auszurotten. Viele Experten warnten, dass das Ziel mit der gegenwärtig verfügbaren Finanzierung und anhaltend hohen Infektionszahlen kaum zu erreichen sei.

Weltweit sind rund 37 Millionen Menschen HIV-positiv. Gegenwärtig infizieren sich jährlich rund 2,1 Millionen neu. Rund 1,1 Millionen Menschen starben 2015 an den Folgen von Aids.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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