WHO alarmiert
Ebola-Ausbruch offenbar schlimmer als gedacht

Mehr als 1000 Menschen sind in Westafrika bislang offiziell an Ebola gestorben. Doch die tatsächliche Zahl könnte höher sein. Ein Verdachtsfall in Deutschland hat sich derweil erst einmal nicht bestätigt.
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Genf/MonroviaDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass die Ebola-Epidemie in Westafrika schwerwiegender als angenommen ist. Mitarbeiter hätten in den betroffenen Gebieten Hinweise dafür gefunden, dass das wahre Ausmaß des Ausbruchs deutlich über den bislang bekannten Zahlen zu Krankheitsfällen und Opfern liege, teilte die WHO am Donnerstag mit.

Die vier von Ebola betroffenen Länder haben inzwischen mehr als 2100 Fälle an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet. 2127 Infektionen und 1145 Tote wurden bis zum 13. August erfasst, teilte die WHO am Freitagabend mit. Binnen zwei Tagen seien damit 152 neue Fälle und 76 weitere Tote gemeldet worden. Mit einem Labortest bestätigt sind demnach bisher 1310 Infektionen und 712 Todesfälle. Die tatsächlichen Fallzahlen dürften nach WHO-Schätzungen deutlich höher liegen.

Die USA forderten Angehörige von Mitarbeitern der US-Botschaft in Sierra Leone auf, wegen der Ebola-Seuche das Land zu verlassen. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, da es seit dem Ausbruch an medizinischer Versorgung mangele, teilte das US-Außenministerium am Donnerstag mit.

US-Präsident Barack Obama telefonierte an dem Tag mit dem Präsidenten Sierra Leones, Ernest Bai Koroma, und mit der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf. In beiden Gesprächen habe er die Unterstützung der USA zugesagt.

Das Auswärtige Amt in Berlin hatte am Mittwoch alle deutschen Staatsbürger zur Ausreise aus den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia aufgefordert. Das gelte ausdrücklich nicht für medizinisches Personal, das dringend zur Bekämpfung des Ausbruchs benötigt werde, betonte ein Sprecher. Auch die deutschen Vertretungen blieben geöffnet.

Die Seuche hat auch große Auswirkungen auf die Wirtschaft der Region. So hat die Elfenbeinküste den Hafen Abidjan für Schiffe aus Guinea, Sierra Leone und Liberia geschlossen. Das könnte in den Nachbarländern zu Lebensmittelengpässen führen.

Das Internationale Olympische Komitee sperrte unterdessen drei Sportler aus Westafrika für bestimmte Wettkämpfe bei den Olympischen Jugendspielen, die am Samstag in der chinesischen Stadt Nanjing beginnen. Betroffen seien Kampfsportarten und Veranstaltungen in Schwimmbecken, erklärte das IOC. Eine Ansteckung sei nach Auskunft der Gesundheitsbehörden aber sehr unwahrscheinlich. Das meist tödliche Virus wird nur durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines infizierten Menschen übertragen. An den Wettkämpfen nehmen knapp 700 Sportler teil. Die westafrikanischen Athleten anderer Sportarten können teilnehmen. Sie würden während der Spiele aber regelmäßig medizinisch untersucht, erklärte das IOC.

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