WHO
Forscher warnen vor Krebs durch Dieselabgase

„Vorsicht: Diesel ist krebserregend!“ - diese Warnung von WHO-Forschern könnte Autofahrer, Passanten und auch die Industrie aufschrecken. Doch die Automobilbranche widerspricht.
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Lyon/Genf/BerlinForscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben Dieselabgase aus Autos und Maschinen als krebserregend eingestuft. „Der wissenschaftliche Beweis ist überzeugend“, sagte der Leiter einer entsprechenden Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon, Christopher Portier. Autobauer in Deutschland kritisierten am Donnerstag, die Untersuchung basiere auf Emissionswerten alter Dieselmotoren ohne Filtersysteme.

Die Forschungsgruppe sei „übereinstimmend“ zu der Schlussfolgerung gekommen, dass Diesel-Abgase bei Menschen Lungenkrebs erzeugen“, betonte Portier laut einer Mitteilung der IARC, die zur WHO gehört. Die Ergebnisse wurden nach einwöchigen Erörterungen der Studie durch internationale Wissenschaftler in Lyon vorgestellt. Abgesehen von „hinreichenden Beweisen“ für die Verursachung von Lungenkrebs gebe es Hinweise darauf, dass Dieselabgase zu Blasenkrebs führen könnten.

Zwar räumen die Wissenschaftler ein, dass die Gefahr einer Krebserkrankung durch das Einatmen von Abgasen eher gering sei. Jedoch müsse bei Menschen, die oft und - teils auch beruflich bedingt - intensiv Dieselabgase inhalieren, von einer direkten Verbindung zu Lungenkrebs ausgegangen werden. „Heute hat die Internationale Agentur für Krebsforschung Dieselabgase als krebserregend für Menschen klassifiziert“, heißt es in der Erklärung vom 12. Juli.

Angesichts solch grundsätzlicher Gefahren durch Diesel fordern die IARC-Wissenschaftler: „Weltweit muss der Kontakt (von Menschen) mit dieser Mixtur von Chemikalien reduziert werden.“ Bislang seien aber „große Bevölkerungsteile im täglichen Leben Dieselabgasen ausgesetzt, sei es durch ihren Beruf oder die Umgebungsluft“.

IARC-Chef Kurt Straif schätzt nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“, dass die Gefahren selbst bei Berufskraftfahrern eher mit jenen des Passivrauchens vergleichbar sind, während das Risiko für Straßenpassanten niedriger liege. Dennoch empfehlen die Forscher weitergehende und genauere Studien.

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