Wiederbelebung bei Herzstillstand
Jeder kann Lebensretter sein

In Deutschland sterben jedes Jahr 70.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Viele könnten gerettet werden, wenn sie im Notfall eine schnelle Herzmassage bekämen. Eine Initiative will mehr Laien zur Reanimation ermuntern.

Frankfurt„Prüfen, rufen, drücken“ - mit diesen drei Schritten kann man ein Leben retten. Wenn Bernd Böttiger, Anästhesist, Notfallmediziner und Professor an der Universität Köln, darüber redet, wie jedermann einem Menschen mit plötzlichem Herzstillstand zur Hilfe eilen kann, dann klingt das ganz einfach.

Und das soll es auch, denn Böttiger will möglichst viele Menschen dazu ermuntern, im Notfall eine Herzmassage durchzuführen. Denn wird das Herz nach einem Stillstand nicht innerhalb von fünf Minuten kraftvoll gedrückt, ist ein Überleben unwahrscheinlich. Der Notarzt schafft es in der Regel nicht, in den entscheidenden ersten Minuten vor Ort zu sein

„In Deutschland sterben jedes Jahr 70.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Viele von ihnen könnten gerettet werden, wenn mehr Laien gleich mit Wiederbelebungsmaßnahmen anfangen würden“, sagt Böttiger. In den allermeisten ist Fällen ist der Mensch, der einen Herzstand erleidet, nicht allein, oft sind sogar Angehörige dabei. In Deutschland fängt dann aber nur in jedem fünften Fall einer der Anwesenden mit der Herzmassage an.

In den skandinavischen Ländern, wo die Herzmassage bereits regelmäßig in Schulen trainiert wird, sind es mehr 70 Prozent. „Wenn wir diese Quote auch in Deutschland schaffen, dann werden wir pro Jahr 10.000 Menschen zusätzlich retten“, sagt Böttinger.

Kraftvoll und schnell drücken

Diese Woche ist „Woche der Wiederbelebung“. Die Aktionswoche wird im dritten Jahr veranstaltet. Initiatoren sind der Berufsverband Deutscher Anästhesisten und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, die auch hinter dem Portal einlebenretten. de stehen. Bundesweit gibt es Aktionen an Schulen, Krankenhäusern und in Firmen, damit mehr Laien zu mutigen Helfern werden.

Prüfen, rufen, drücken: Erst einmal gilt es festzustellen, ob die bewusstlose Person nicht oder nicht regelmäßig atmet. Dann sollte der Helfer den Notruf 112 wählen und unverzüglich mit der Herzmassage anfangen.

„Kraftvoll und schnell muss 100 bis 120 Mal pro Minute gedrückt werden“, sagt Böttiger. Den richtigen Takt dafür gibt übrigens das Lied „Staying alive“ von den Bee Gees vor, so der Mediziner. Aber auch „Atemlos“ von Helene Fischer funktioniert.

Der kräftige Druck auf die Mitte des Brustkorbs sorgt dafür, dass weiterhin Sauerstoff in das Gehirn des Bewusstlosen transportiert wird. Denn ohne Sauerstoffzufuhr beginnt das Gehirn bereits nach drei bis 5 Minuten unwiederbringlich zu sterben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%