Wirksamkeit von Tinnitustherapie
Photostimulation vertreibt Ohrgeräusche

Menschen, die unter störenden Ohrgeräuschen leiden, kann eine so genannte Photostimulation helfen. Dies belegt eine Studie zur Behandlung von Tinnitus, die an der Universität Hamburg durchgeführt wurde und in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift HNO vorgestellt wird.

hsn DÜSSELDORF. Bei dieser Methode wird das Gehirn mittels optischer Eindrücke so beeinflusst, dass es seine Hirnfrequenz auf die optische Frequenz einstellt, wodurch Entspannungszustände ausgelöst werden, die eine Tinnitustherapie unterstützen.

Tinnitus ist eine Volkskrankheit. Laut der Deutschen Tinnitus-Liga sind in Deutschland etwa acht Prozent aller Erwachsenen von dem Phänomen betroffen, dass sie Geräusche – meist ein Brummen, Rauschen, Pfeifen oder Klingeln – hören, dass gar nicht vorhanden ist. Ursache für solche Ohrgeräusche sind akustische Fehlinformationen aus dem Ohr, die über die Gehörbahn zum Gehirn gelangen und als Ohrgeräusch wahrgenommen werden. Das Gehirn steuert die Aufmerksamkeit so, dass der Tinnitus ständig wahrgenommen wird. Deshalb sollte laut Experten mit der Behandlung sofort nach Auftreten des Geräuschs begonnen werden, da es sonst zur chronischen Form des Tinnitus kommen kann.

Entspannungsübungen wie zum Beispiel Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder auch Meditation können zwar die Chance auf Linderung verbessern, allerdings fällt es den Patienten häufig schwer, die bekannten und häufig empfohlenen Entspannungsübungen regelmäßig durchzuführen – insbesondere weil sie in der ungewohnten Ruhe die Ohrgeräusche umso lauter und störender wahrnehmen.

Solchen Menschen kann nach der Hamburger Studie die Photostimulation helfen. Die Geräte bestehen aus einem Brillengestell mit eingebauten Leuchtdioden. Diese erzeugen variable Lichtmuster mit unterschiedlichen Frequenzen und Intensität. Die Frequenzfolgen werden zu Anwendungen von etwa 30 Minuten zusammengestellt, die der Benutzer bei geschlossenen Augen auf sich wirken lässt. Bei jeder Sitzung sorgt das Verfahren für eine deutliche Steigerung der Durchblutung, was ein deutliches Zeichen für Entspannung ist.

„Nach zehn Anwendungen verringerte sich die psychische Belastung der Teilnehmer maßgeblich, und die Penetranz ihres Tinnitus wurde deutlich weniger“, beschreibt Sven Tönnies von der Universität Hamburg das Ergebnis der empirischen Untersuchung.

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