Wirkstoffforschung
Biochip statt Tierversuch

Ein von Leipziger Forschern entwickeltes System vereinfacht Medikamententests. Ein Biochip könnte nicht nur die Arzneimittelhersteller bei der langwierigen Suche nach neuen Wirkstoffen entlasten, sondern auch die Zahl der Tierversuche verringern. Die Pharmabranche ist interessiert.

Andrea Robitzki, Leiterin eines Forscherteams am Leipziger Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum, nimmt das Wort "technische Revolution" nicht gerne in den Mund. Trotzdem ist sie sichtlich stolz auf die von ihr entwickelte Technik, denn diese könnte das Gesundheitswesen verbessern. Das Leipziger Team hat einen Biochip erfunden, der das Testen von neuen Wirkstoffen schneller und effizienter machen und eine höhere Sicherheit von Medikamenten garantieren könnte.

An die Stelle von langwierigen Testreihen tritt das Labor auf einem Chip. Die Forscher simulieren mit ihm die Reaktion des Körpers auf einen Wirkstoff und erkennen direkt die Auswirkungen auf das Gewebe. Der Chip liefere in Sekundenbruchteilen ein Ergebnis, sagt Robitzki. Zudem könnten Labors damit an lebenden Zellen und Geweben arbeiten, ohne diese zerstören oder manipulieren zu müssen.

Die Arzneimittelhersteller könnten mit der Technik viel Geld sparen. Bislang ist der Weg zu einem neuen Medikament lang: Unternehmen müssen aus Millionen von Substanzen die für die gewünschte Wirkung geeigneten Stoffe aussondern und anschließend bei Tierversuchen und klinischen Tests auf ihre Wirksamkeit überprüfen. Bis zur Marktreife vergehen schnell zehn bis 15 Jahre. Der Chip aus Leipzig soll nicht nur die Entwicklungszeit drastisch verkürzen, sondern auch die Zahl der Tierversuche verringern - nach Schätzungen von Robitzki um ein Drittel.

Die Pharmaindustrie zeigt sich interessiert. "Das ist ein interessanter Ansatz", sagt Siegfried Throm, Geschäftsführer Forschung, Entwicklung und Innovation beim Verband Forschender Arzneimittelhersteller. Allerdings müsse sich die Technik noch in der Praxis bewähren.

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