Wissenschaft
Studie: Medikament für Krebspatienten erhöht Sterblichkeit

Blutbildende Medikamente für Krebspatienten können einer Studie zufolge das Leben der Kranken verkürzen. Krebskranke leiden häufig unter Blutarmut und erhalten daher Erythropoietine (Epos), um vermehrt rote Blutkörperchen zu bilden.

dpa WASHINGTON/FREIBURG. Blutbildende Medikamente für Krebspatienten können einer Studie zufolge das Leben der Kranken verkürzen. Krebskranke leiden häufig unter Blutarmut und erhalten daher Erythropoietine (Epos), um vermehrt rote Blutkörperchen zu bilden.

Nun belegen Mediziner aus Freiburg und den USA, dass Epos das Risiko für Blutgerinnsel in Beinen oder Lunge deutlich erhöhen und möglicherweise auch das Wachstum von Krebszellen stimulieren. Prof. Michael Henke vom Universitätsklinikum Freiburg und Kollegen hatten Daten von mehr als 13 000 Patienten in 51 Studien ausgewertet. Sie berichten darüber im "Journal of the American Medical Association" (Jama, Bd. 299, S. 914) vom Mittwoch.

Bei Krebspatienten, die Epos erhielten, war die Sterblichkeit laut Studie um zehn Prozent erhöht. Die Analyse belege erstmals, dass Epos das Sterberisiko steigern können, schreibt das Universitätsklinikum Freiburg. Zudem war in der Studie das Risiko für Blutgerinnsel in Beinen oder Lunge bei Patienten mit Epos um 57 Prozent höher.

"Obwohl Epos für Tumorpatienten zugelassen und empfohlen werden, weisen unsere und Befunde Anderer darauf hin, dass sie das Krebswachstum anregen und Patienten gefährden können", warnt Henke. "Es ist beunruhigend, dass sie 15 Jahre angewendet wurden, bevor wir dies erkennen konnten." Er warnte jedoch davor, die Daten derzeit zu verallgemeinern, da sie von der Art der Tumorerkrankung abhängen könnten.

Epos werden von einigen Sportlern verbotenerweise zum Doping verwendet - dies wurde von den Medizinern aber nicht untersucht.

vier der 21 Autoren erklären gemäß den Statuten der Fachzeitschrift wirtschaftliche Interessen an der Studie.

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