Zika-Epidemie: Brasiliens Kampf gegen das Virus

Zika-Epidemie
Brasiliens Kampf gegen das Virus

Sommerferien, Karneval, Olympische Spiele – schöne Aussichten für die Brasilianer. Wäre da nicht das Zika-Virus. Die Regierung sucht nach Wegen, um die Epidemie einzudämmen. Und setzt dabei nicht nur auf das Militär.
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SalvadorEnde der Sommerferien, der Karneval steht vor der Tür – auf den ersten Blick scheint in Brasilien der in diesen Wochen übliche, überdrehte Alltag zu herrschen: Die Flughäfen und Busbahnhöfe sind überfüllt von hunderttausenden Reisenden, die sich aus dem Inland aufmachen in die Karnevalshochburgen Rio de Janeiro, Salvador und Recife. Weil der Karneval dieses Jahr früh im Jahr beginnt, finden seit Wochen überall im Land schon Massenveranstaltungen mit Musik und Tanz statt.

Der schwache Real hat dazu geführt, dass die Brasilianer die Ferientage über den Karneval nicht mehr für Reisen ins Ausland nutzen, sondern in Brasilien feiern. Miami, Paris oder New York sind zu teuer geworden. So sind selbst in Salvador und Recife, den Karnevalszentren im brasilianischen Nordosten, die Hotels weitgehend ausgebucht.

Das erstaunt: Denn gerade in dieser Region hat der berüchtigte Zika-Virus am stärksten zugeschlagen. Der Großteil der geschätzt zwischen 0,5 und 1,5 Millionen Infizierungen soll es dort gegeben haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des in Südamerika grassierenden Zika-Virus den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen, um dessen Verbreitung einzudämmen. Endlich scheinen auch in Brasilien die Behörden aufgewacht zu sein.

Hinter den Kulissen sucht die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff fieberhaft nach Wegen, um die Epidemie einzugrenzen. Die wegen ihrer schwachen Politik, der vielen Korruptionsfälle und schweren Wirtschaftskrise unbeliebte Präsidentin sieht die Epidemie als vielleicht letzte Chance doch noch durch ein beherztes Krisenmanagement den Karren herauszureißen.

Doch das wird schwierig, denn die Folgen der Epidemie sickern erst langsam ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Nach allem, was man bisher weiß, bedroht das Virus vor allem Schwangere: Sie laufen Gefahr, Kinder mit schweren Schädelfehlbildungen zur Welt zu bringen. Endgültig wissenschaftlich bewiesen ist das noch nicht, doch die Hinweise sind erdrückend.

Mittlerweile haben die brasilianischen Behörden mehr als 4000 Verdachtsfälle der sogenannten Mikrozephalie bei Neugeborenen registriert. Wie viele davon tatsächlich mit dem Zika-Virus im Zusammenhang stehen, ist noch unklar, doch ein Zusammenhang zwischen Zika und Mikrozephalie wird immer wahrscheinlicher. Da Zika in Brasilien erst im Mai letzten Jahres überhaupt als Epidemie festgestellt wurde, ist zu befürchten, dass die Zahl der Babys mit Fehlbildungen des Gehirns in den nächsten Wochen und Monaten weiter steigen wird.

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Es fehlt an Impfstoffen und zuverlässigen Tests

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